Kirchweih

Im folgenden einige Gedanken zum Kirchweihfest.

Erinnerung an die arianischen Wirren

Das Kirchweihfest macht einen doch ganz schön wehmütig. Denn wenn man die derzeitige kirchliche Lage nüchtern betrachtet, muß man zugeben: Es sind inzwischen alle Kirchengebäude fremdbesetzt – und wir müssen wie zur Zeit der arianischen Wirren klagen: „Sie haben die Kirchen, wir haben den Glauben.“ Oder wie der hl. Hieronymus schrieb: „Der ganze Erdkreis seufzte auf und wunderte sich, daß er arianisch geworden war.“ Wobei die heutige Verwirrung die damalige noch bei weitem übertrifft, denn damals waren doch noch etwa 20% der Bischöfe dem katholischen Glauben treu geblieben – und vor allem der Papst! Der Felsen Petri stand fest – es mußten schon spätere Häretiker kommen wie die Protestanten, Gallikaner, Jansenisten, Altkatholiken und die heutigen Traditionalisten, die die Kirchengeschichte so fälschten, daß sie einen Fall Honorius, Liberius und Vigilius zusammenlogen, indem sie behaupteten, diese Päpste hätten schwerwiegend im Glauben geirrt, sie seien Häretiker geworden. Nein, das sind alles Ketzerlügen, der Fels Petri hielt den Anfeindungen der Arianer stand. Davon können wir heute nur noch träumen. Wir müssen klagen: „Der ganze Erdkreis seufzte auf und wunderte sich, daß er modernistisch geworden war.“

Die gegenwärtige Diaspora

Deswegen macht einen Katholiken heutzutage das Kirchweihfest einerseits so wehmütig, anderseits aber rüttelt es einen auch auf und es ist umso wichtiger geworden, dieses Fest recht zu feiern. Dabei sind unsere Notkapellen der rechte Rahmen für diese Feier. Denn unsere Notkapellen sind sicherlich der ehrlichste Raum für ein Kirchweihfest in dieser papstlosen Zeit – während alle Kirchen fremdbesetzt sind! Da wollen wir nicht einfach billig Kirche spielen, sondern uns der ernüchternden Tatsache der allgemeinen Diaspora, die Kirche zerstreut in wenige Notkapellen, stellen. Von daher gesehen, vermissen wir auch ein schönes, altehrwürdiges Kirchengebäude nicht, weil dieses doch eher wieder eine Versuchung als eine Hilfe wäre.

Das Kirchengebäude

Eine katholische Kirche ist etwas ganz Besonderes. Sie ist nicht einfach nur ein Bauwerk, ein schönes, bedeutendes, kunstvolles Bauwerk, sie ist viel viel mehr. Eine katholische Kirche ist ein Bau voller geheimnisvoller Gleichnisse. In unserer Sprache wird das auch zum Ausdruck gebracht, sagen wir doch „Kirche“, wenn wir vom Gebäude und auch wenn wir von der übernatürlichen, von Jesus Christus gegründeten Gemeinschaft, der makellosen Braut Jesu Christi sprechen. Und beides ist zweifelsohne ganz innig miteinander verbunden.

Den wenigsten scheint jedoch dieser Zusammenhang noch verständlich zu sein, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die meisten sind schon mit irgendeiner Kirche zufrieden, zufrieden, wenn nur die Mauern stehen, ein wenig Liturgie darin gefeiert wird, schöne Lieder gesungen werden und eine Orgel spielt. Da fehlt offensichtlich der übernatürliche Glaube, der allein uns das Geheimnis der Kirche vergegenwärtigen kann und uns dieses aufschließt und in gewissem Sinne wenigstens auch verstehen läßt.

Ein katholisches Kirchengebäude ist zunächst und vor allem steingewordener Glaube. Eine Kirche ist wie ein Lehrbuch, in dem das heilige Evangelium niedergeschrieben ist. Als die meisten Leute noch nicht lesen konnten, haben sie ihren Glauben durch den Unterricht, die Predigt, aber auch durch ihr Kirchengebäude erlernt. Die ganze Architektur, die Bilder, die Statuen, die Altäre, die Fenster – alles erzählt vom katholischen Glauben. Sobald man eine echte katholische Kirche betritt, steht man inmitten der katholischen Glaubenswelt.

Die Bauten der Modernisten – die „Sühnekirche“ in Wigratzbad

Darum ist es übrigens auch ganz richtig und letztlich nur ehrlich, wenn die Menschenmachwerkskirche eigene Gebäude für ihre Feiern baut. Gebäude, die aussehen wie Garagen, Bunker, Betonklötze oder auch wie Bauruinen – letztere Bauform wäre wohl die ehrlichste von allen. Es ist hingegen eine Lüge, wenn diese in einem katholischen Gotteshaus die sog. Neue Messe feiert. Das sehen die Modernisten auch ein, denn sie haben die alten Kirchen wenigstens soweit umgebaut und verunstaltet, daß sie zu ihrer Mahlfeier, ihrem Menschenkult passen. Sie setzen zumindest inmitten des altehrwürdigen Gebäudes einen „Luthertisch“ hinein, den man treffender noch als „Freimaurertisch“ bezeichnet, und sie bauen zumindest den Altarraum zu einer Bühne um und dekorieren diese sodann mit irgendwelchen gräulichen Bildnissen.

Im Grunde ist es schleierhaft, warum sich die konservativen Menschenmachwerkskirchler immer noch darüber aufregen, entspricht doch diese Verunstaltung ganz und gar der modernistischen Verunstaltung ihres Glaubens. Wenn man etwa die sog. Sühnekirche in Wigratzbad genauer betrachtet, so kann man nur zustimmend feststellen: Das ist ein äußerst gelungener Eventraum für irgendwelche modernistische Spektakel. Da ist doch nun wirklich alles ehrlich, wenn man am unheiligen Wojtyla vorbei zum Gebäude geht, vorbei an der Rosenkreuzerrose, die sich ringsum auf den Fenstern findet, vorbei an der Welteinheitspyramide im Vorraum, hinein in den grausig-kalten Innenraum, in dem dann das von Gott verworfene Kainsopfer gefeiert wird, wobei man die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit Gott zum Opfer darbringt. Es ist nur die Frage: Welchem Gott werden eigentlich die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit dargebracht? Bräuchte es nicht eigentlich Sühne für diese “Sühnekirche”? Eines erstaunt einen immer wieder aufs Neue: Die vielen Teilnehmer an diesem schaudererregenden Spektakel fühlen sich immer noch als Katholiken. Diese Täuschung ist doch nun wirklich eine Meisterstück Satans zu nennen, oder etwa nicht?

Die wahre Gestalt unserer heiligen katholischen Kirche

Wenn wir Katholiken Kirchweihe feiern, müssen wir uns ganz besonders besinnen und die wahre Gestalt unserer heiligen katholischen Kirche fest ins Auge fassen. Wir wollen versuchen, diese zugegebenermaßen schwere Aufgabe mit der Hilfe einiger Texte von John Henry Newman wenigstens im Ansatz zu bewältigen. Zunächst gilt es etwas ganz Grundlegendes zu erwägen: Ein Katholik muß sich immer bemühen, in der Wirklichkeit zu leben, in der ganzen Wirklichkeit. Gerade die Weltmenschen werfen uns Katholiken vor, wir würden in einer Traumwelt leben. Dabei ist es freilich genau umgekehrt. Wenn man sieht, wie die allermeisten dieser modernen Menschen mit einem kleinen Kästchen in der Hand herumlaufen, auf dem sie ständig herumtippen oder mit dem sie reden oder in das sie einfach nur hineinstarren, dann sieht man überdeutlich, wer in einer Scheinwelt lebt. Wir Katholiken leben in der ganzen Wirklichkeit, die aus einem sichtbaren und unsichtbaren Teil besteht, wobei der unsichtbare Teil, der uns durch die göttliche Offenbarung einigermaßen sichtbar gemacht wird, der tragende Grund der ganzen Wirklichkeit ist – und nicht umgekehrt!

Kardinal Newman gibt dazu zu bedenken: “Laßt uns niemals vergessen, daß alles, was wir geben können, obgleich es von Ihm geschaffen ist, wertlos ist im Vergleich zur kostbaren Gabe, die Er uns im Evangelium schenkt. Wenn auch unsere Taufbecken und der Altar aus kostbarem Marmor, unsere Gefäße für die hl. Kommunion aus Gold und Edelsteinen, unsere Mauern mit reichen Wandteppichen bedeckt wären, was ist all das im Vergleich zu Christus, dem Gottessohn und Menschensohn, hier gegenwärtig, wenn auch unsichtbar. Laßt uns die sichtbaren Dinge verwenden, nicht um die unsichtbaren zu verbergen, sondern damit sie uns daran erinnern” (John Henry Kardinal Newman, Das Mysterium der Kirche, Herausgegeben von M.K. Strolz und den Mitarbeitern des „Centre of Newman Friends“, Rom, S. S 84).

Alles Sichtbare – darum geben wir Katholiken uns so große Mühe, unsere Kirchen möglichst schön und würdig zu gestalten – alles Sichtbare soll uns zum Unsichtbaren führen. Eine katholische Kirche ist ein Haus Gottes und eine Pforte des Himmels. Das Kirchengebäude muß uns helfen, die unsichtbare, übernatürliche Welt mit Hilfe der Gnade zu ergreifen. Eine schöne Kirche ist eine Sichtbarmachung der himmlischen Welt – soweit das möglich ist. Und ein Kirchenbau ist nur dann gelungen, wenn er den Kirchenbesucher sozusagen schon an der Türe abholt und ihn sodann zur Pforte des Himmels hinführt. Der Katholik muß dann nur mit einem lebendigen Glauben diese Pforte öffnen und er wird einen Blick in die himmlische Wirklichkeit werfen dürfen. Wenn wir in der Kirche sind, sind wir dem Himmel so nahe, daß man es kaum fassen kann.

Die Feier der heiligen Liturgie

Damit es jedoch gelingt, die Himmelpforte aufzuschließen und zu öffnen, gibt es nicht nur das Kirchengebäude, sondern auch die heiligen Feiern: das heilige Meßopfer oder auch eine Vesper, eine Sakramentsandacht, ein Kreuzweg, usw. Diese heiligen Feiern, allen voran das hl. Meßopfer, sind uns von der heiligen Kirche geschenkt und angeordnet, weil sie heilige Feiern sein müssen, d.h. letztlich vom Heiligen Geist gestaltete Feiern. John Henry Newman weist auch darauf hin: „Die liturgischen Gebräuche und Verordnungen der Kirche bestehen nicht um ihrer selbst willen. Sie genügen sich nicht selbst, … sondern sind abhängig von einer inneren Wirklichkeit; sie schützen ein Geheimnis, sie verteidigen ein Dogma, sie vergegenwärtigen eine Idee, sie verkünden eine Botschaft, sie sind Kanäle der Gnade. Sie sind die äußere Gestalt für eine innere Wirklichkeit oder Tatsache, an der kein Katholik zweifelt. Er hat sie angenommen als ein erstes Prinzip, nicht als eine Schlußfolgerung der Vernunft, sondern als Gegenstand eines übernatürlichen Sinnes“ (Ebd. S. 76).

In den heiligen Feiern unser hl. Kirche lebt der übernatürliche Glaube bzw. Glaubensgeist. Diese Feiern, ihre Gebete und Lieder und Gesten und Handlungen sind gebeteter Glaube. Darum geht ein Katholik selbstverständlich etwa nicht bei Protestanten ins Abendmahl, ja nicht einmal bei Orthodoxen in die Messe, obwohl deren Priester gültig geweiht sind und der Ritus uralt ist. Die liturgische Feier setzt den wahren, katholischen Glauben voraus. Sie lebt aus diesem göttlichen Glauben. Ein falscher, irriger Glaube verfälscht immer auch die Liturgie und verdirbt das Gebet.

Die himmlische Liturgie des heiligen Meßopfers

Wenn wir gefestigt sind im übernatürlichen Glauben, dann läßt das wunderbare Gebet der Kirche die unsichtbare Welt Gottes aufleben. Wir leben sodann inmitten der himmlischen Liturgie, wenn Er Jesus Christus sein hl. Meßopfer unblutig erneuert und auf unserem Altar vergegenwärtigt. Die zahlreichen Wunder, die während dem hl. Meßopfer auf unserem Altar geschehen, können wir gar nicht alle erfassen. Das Geheimnis ist zu reich, zu überbordend. Dennoch wir müssen uns von der Gnade ergreifen lassen, denn: „Nicht Gold und Silber, Edelstein und feines Linnen, noch die Kunstfertigkeit der Menschen in ihrem Gebrauch machen das Haus Gottes aus, sondern Anbeter, Seele und Leib jener Menschen, die Er erlöst hat. Nicht allein die Seele, nein Er ergreift Besitz vom ganzen Menschen, sowohl vom Leib als auch von der Seele“ (Ebd. S. 84f), erklärt Kardinal Newman.

Gottesdienst mit Leib und Seele

Das ist wahrer katholischer Glaube, der den Menschen ganz ergreift, mit Leib und mit Seele ergreift. Alles soll im Gottesdienst zur Ehre Gottes beitragen, die ganze Schöpfung soll Ihm dienen. Erst das lebendige Gotteslob macht die Kirche zu einem echten Haus Gottes und einer wahren Pforte des Himmels. Je vollkommener das Gotteslob ist, desto offener ist auch die Himmelspforte. Es ist schon wahr, dieses Lob Gottes muß uns zum tiefsten Herzensanliegen werden – oder wie es John Henry Newman so wunderschön ausdrückt: „Unsere Zungen müssen Ihn verkünden, unsere Stimmen von Ihm singen, unsere Knie Ihn anbeten, unsere Hände sich zu Ihm erheben, unsere Häupter vor Ihm sich beugen, unsere Gesichter Ihn widerstrahlen und unsere Haltung Ihn ankündigen. Daraus entstehen gemeinsame Gottesverehrung, Gebetsformen, liturgische Zeremonien und Frömmigkeit, der Ablauf der Gottesdienste, die Ordnung für die Diener, die heiligen Gewänder, die feierliche Musik und andere Dinge, die gleichsam den Einzug des unsichtbaren Königreiches Christi in diese Welt ankünden…“ (Ebd. S. 85).

Sanctus sanctus sanctus

Oh wie heilig ist dieser Ort! Wie gotterfüllt unsere Kapelle! Wir finden uns hier zusammen, um unsere Herzen zu Gott zu erheben und mit den heiligen Engeln zusammen das dreimalige „Sanctus“ anzustimmen zur Verherrlichung des dreifaltigen Gottes. Wir müssen jedoch unseren Herrn um die Gnade anflehen, unsere Seele mit dem göttlichen Licht des Glaubens zu erleuchten. Er muß uns so sehr mit der Gnade des Glaubens erleuchten, daß wie Seine Gegenwart auch wahrnehmen, ja man möchte fast sagen spüren, wenn damit nicht die unmittelbare Gefahr eines charismatischen Missverständnisses gegeben wäre. Oh, bemühen wir uns aus ganzem Herzen darum: „Unsere Zungen müssen Ihn verkünden, unsere Stimmen von Ihm singen, unsere Knie Ihn anbeten, unsere Hände sich zu Ihm erheben, unsere Häupter vor Ihm sich beugen, unsere Gesichter Ihn widerstrahlen und unsere Haltung Ihn ankündigen.“

Das ist der Schlüssel zum Geheimnis unserer Kirche. Es ist einfach wahr: „Der Tempel ist erhabener als das Gold. Macht Euch keine Sorgen, wenn kein Gold da ist. Er heiligt das Gold; pflegt und hütet es daher, wenn es vorhanden ist. Christus ist mit uns, auch wenn es nach außen keine Entfaltung der Pracht gibt“, erklärt John Henry Newman. „Steinmauern machen nicht das Wesen der Kirche aus. Christus würde trotzdem nicht mit jenen sein, die ein anderes Evangelium verkünden als das, welches Er ein für allemal überliefert hat, selbst wenn sie sich im größten, vornehmsten und reichsten Gebäude der Welt befänden“ (Ebd.).

Was nützen die schönsten Gebäude, die prächtigsten Kirchen, die wunderbarsten Kunstwerke, wenn der wahre Glaube fehlt? Dieser Gedanke ist ein tiefer Trost für uns, die wir mit ansehen müssen, daß fast alle katholischen Kirchen von den Modernisten fremdbesetzt sind. Das Wichtigste ist es zunächst einmal und vor allem anderen, den wahren, katholischen, göttlichen, übernatürlichen Glauben zu bewahren, denn dieser Glaube ist die innwendige Schönheit jeder katholischen Kirche. Hören wir nochmals John Henry Newman: „Der Tempel ist es, der das Gold heiligt. Nichts anderes als die unsichtbare und himmlische Gegenwart heiligt jeden Ort und jeden Gegenstand, sei er nun großartig oder armselig, kostbar oder gewöhnlich. Seine Gegenwart heiligt sowohl jene, die anbeten, als auch das Gebäude, in dem angebetet wird“ (Ebd. S. 86).

Dieser Gedanken wird formvollendet im Schlußgebet der hl. Messe zur Kirchweihe zum Ausdruck gebracht, wo es heißt: „Gott, Du bereitest Deiner Majestät eine ewige Wohnung aus lebendigen, auserlesenen Steinen; so hilf Deinem flehenden Volke, und laß Deine Kirche, wie sie sich räumlich entfaltet, auch durch geistliches Wachstum sich weiten…“

Aus dem Kirchweihritus

Im ersten Teil der Zeremonie der Kirchweihe wird das Bauwerk dem profanen Bereich entzogen und zum Haus Gottes bestimmt. Wie geschieht dies? Mit einem eigenen Entsühnungswasser besprengt der Bischof, der allein die Kirchweihe vornehmen kann, zunächst die Außenwände, indem er die Kirche siebenmal umschreitet, wie Josua siebenmal die Stadt Jericho umrundet hat. Dem folgen die Öffnung des Kirchenportals und der feierliche Einzug. Nach der Allerheiligenlitanei werden die Innenwände besprengt, desgleichen der Altar. Dann schreibt der Bischof in ein Aschenkreuz (in Form des Andreaskreuzes) auf dem Fußboden der Kirche mit seinen Hirtenstab das lateinische und griechische Alphabet (anknüpfend an antike Gepflogenheiten der Terrainvermessung durch römische Feldmesser): Zeichen der Besitzergreifung des neuen Hauses durch Christus, der da A und das ? ist. Damit ist die neue Kirche Gott zugeeignet als sein Haus.

Am Ende dieses ersten Teils des Kirchweihritus betet der Bischof: „Gott, du Allmächtiger, du Herr, der das Heilige schafft; du, dessen Vatergüte wir ohne Ende verspüren; Gott, der du alles im Himmel und auf Erden in einem umfassest, der du Erbarmen bewahrest gegen dein Volk, das vor dem Angesicht deiner Herrlichkeit wandelt: erhöre deiner Diener flehendes Bitten und laß dein Auge ruhen auf diesem Haus bei Tag und bei Nacht. Diese Kirche, zur Ehre deines heiligen N. für die Feier der heiligen Mysterien erbaut, in deiner Güte weihe sie ein, in deinem Erbarmen mache sie licht vom Glanz deines eigenen Lichtes; und jeden, der kommt, um dich anzubeten an diesem Ort, nimm huldvoll an und blicke auf ihn in Gnaden. Eingedenk deines großen Namens, deiner starken Hand und deines erhobenen Armes beschütze gütig, die in diesem Haus zu dir flehen, erhöre sie gnädig und erhalte sie in deiner ständigen Obhut, auf daß sie, immerfort glücklich, immerfort sich erfreuen an deinem göttlichen Dienst und standhaft im katholischen Glauben an die heiligste Dreifaltigkeit allzeit verharren: Dies verleihe uns durch Christus, unsern Herrn. R. Amen.“

Unsere katholischen Kirchen sind ein Gottesgeschenk – zunächst zur Feier der heiligen Mysterien, sodann aber auch als Ort der Anbetung und der gnädigen Erhörung all unserer Bitten. „Dort empfängt jeder, der bittet, und wer sucht, er findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan“, wie wir in Communio der hl. Messe zum Fest der Kirchweihe beten.

Lassen wir uns also auferbauen zu einem lebendigen Tempel, indem wir in unseren Kirchen das hl. Meßopfer feiern und durch unsere Mitfeier, unsere Hingabe im Lob Gottes und der Anbetung des dreifaltigen Gottes im Geist und der Wahrheit. Oh wie schön ist es, sehen und erfahren zu dürfen: Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels! Laßt uns mit lebendigem, übernatürlichem, göttlichem Glauben die Himmelspforten öffnen und eintreten in die geheimnisvolle Welt Gottes. Es ist ganz und gar wahr: „Voll Schauer ist dieser Ort, Gottes Haus ist hier und die Pforte des Himmels.“