Der Große Monarch

image_pdfimage_print

In unserer Reihe zu den Erscheinungen Unserer Lieben Frau von La Salette folgt der 8. Teil: Die dreitägige Finsternis und die Friedenszeit unter dem Großen Monarchen.

Sobald man sich nur ein wenig in einem Buchladen umschaut oder das Bücherangebot kritisch sichtet, fällt einem auf, daß die Esoterikliteratur boomt und dazu noch die Erscheinungsbücher. Wir wollen mit unserem Beitrag über La Salette diesen Boom natürlich nicht auch noch fördern, sondern im Gegenteil darauf aufmerksam machen, daß die wichtigsten Ereignisse der Zukunft uns vor allem durch die Heilige Schrift und die von der Kirche beglaubigten Schriften so detailliert beschrieben werden, daß wir uns in dem allgemeinen Wirrwarr orientieren und als Katholiken in dieser apokalyptischen Zeit zurechtfinden können. Wir haben dabei noch auf die beiden bayerischen Hellseher, Alois Irlmaier und Matthias Lang, genannt Mühlhiasl, zurückgegriffen, weil ihre Schauungen mit vielen anderen Prophezeiungen übereinstimmen und diese gut ergänzen und zudem weiter präzisieren können.

Außerdem möchten wir darauf aufmerksam machen, daß es nicht unsere Absicht ist, eine Weltuntergangsstimmung zu erzeugen, sondern vielmehr zur Nüchternheit zu mahnen, durch die man freilich auch erst richtig fähig wird einzusehen, welch große Ereignisse uns bevorstehen.Dabei soll ganz besonders auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden, die man in der überhandnehmenden Erscheinungsliteratur nicht ohne großen Schaden für den Glauben übersehen kann, die Gefahr nämlich, Privatoffenbarungen mehr Glauben zu schenken als der Kirche, so daß diese allmählich den wahren Glauben zu ersetzen beginnen.

Göttliche Offenbarungen und Privatoffenbarungen

In seinem Skriptum zur Vorlesung Aszese-Mystik erklärt DDr. Friedrich Wessely den Unterschied zwischen göttlichen Offenbarungen und Privatoffenbarungen: „Die göttlichen Offenbarungen zeigen eine verborgene Wahrheit mittels einer Vision, eines Wortes oder nur eines prophetischen Instinktes. Sie sind öffentlich, wenn sie durch die Propheten, durch Jesus Christus oder durch die Apostel stattfanden und durch die Kirche, die den Glaubensschatz in Schrift und Tradition aufbewahrt, allen zum Glauben vorgestellt sind. Sie sind privat, wenn sie auf einen partikulären Nutzen bestimmter Personen hingeordnet sind. Die Privatoffenbarungen gehören nicht zum katholischen Glauben, wie wichtig sie auch sein mögen. Manche können die Aufmerksamkeit aller Gläubigen auf sich ziehen, können alle Gläubigen zu einem bestimmten Kult bewegen wollen, und die Kirche kann, ohne über den göttlichen Ursprung der Offenbarung unfehlbar zu urteilen, nach entsprechender Prüfung der gegebenen Tatsachen, diesen Kult fördern und anordnen, wie es beispielsweise mit dem Herz-Jesu-Kult geschah“ (S. 149f).

Privatoffenbarungen sind niemals in dem Sinne göttliche Offenbarung, daß sie dem katholischen Glaubensgut etwas Neues hinzufügen könnten. Mit dem Tod des letzten Apostels war die göttliche Offenbarung ihrem Inhalt nach abgeschlossen, d.h. alle Glaubenswahrheiten waren öffentlich bekannt gemacht. Fortan war es die Aufgabe des kirchlichen Lehramtes, diesen Glaubensschatz unversehrt zu bewahren und, wenn nötig, bei Streitfragen eine Vertiefung der Glaubenseinsicht herbeizuführen und unfehlbar zu entscheiden, was geoffenbarte Glaubenslehre ist und was nicht. Dabei ist es aber, wie schon angesprochen, niemals möglich, daß etwas vollkommen Neues gelehrt wird, vielmehr zeigt die Kirche bei jeder Glaubensentscheidung, daß diese Lehre schon immer in der Heiligen Schrift und der Tradition enthalten war. Deswegen ist auch ein Widerspruch einer Privatoffenbarung zum katholischen Glaubensgut sogleich das sicherste Zeichen für ihre Unechtheit. Es ist schon sehr ernüchternd, sehen zu müssen, wie wenige sog. Katholiken noch fähig sind, dieses wichtigste Echtheitskriterium anzuwenden. Wenn man bedenkt, wie viel Unsinn in der Erscheinungsliteratur verbreitet wird und wie leichtgläubig die meisten Leute diesen oft sogar haarstäubenden Unsinn glauben, dann begreift man mehr und mehr, was in der Heiligen Schrift mit dem großen Abfall gemeint ist. Denn wir Katholiken sollten doch wissen, daß gerade in dieser apokalyptischen Zeit der Teufel besonders umtriebig ist und alles tut, um auch noch den kleinen Rest zu verwirren. Wie kann man da jeder neuesten „Botschaft“ einfach hinterherlaufen, ohne seinen Glauben zu gefährden? Eine solche Erscheinungssucht entspringt doch einer bloßen Neugierde – und die ist sündhaft!

Echte Offenbarungen oder Illusionen?

Die hl. Kirche war zu allen Zeiten Privatoffenbarungen gegenüber sehr vorsichtig, wußte sie doch aus jahrhundertealter Erfahrung, hier ist die Möglichkeit der Täuschung äußerst vielseitig. Das gilt vor allem dann, wenn der Bereich des Offenbarungsglaubens verlassen und somit die Kontrolle durch den göttlichen Glauben erschwert wird. DDr. Friedrich Wessely macht auch darauf in seinem Skript aufmerksam: „Eine Offenbarung kann aber auch in dem Sinn privat sein, daß sie dem Inhalt nach nicht zum allgemeinen Glaubensgut gehört. Johannes v. Kreuz betont, daß solche Offenbarungen schwer von Illusionen und Irrtümern zu trennen seien. Der Dämon finde hier leicht Anknüpfungspunkte und könne seine Lügen hineinmischen. Er beginne damit, die Seele mit Wahrscheinlichkeiten oder mit nur teilweise wahren Dingen zu nähren. Es sei fast unmöglich, seinen Ränken zu entgehen, denn der böse Feind wisse sich den Anschein der Wahrhaftigkeit zu geben (vgl. 2 Kor 11,14). Es gebe also durchaus keinen Grund, sich solche Offenbarungen zu wünschen“ (S. 150).

Von der Erscheinungssucht zum Charismatikertum

Einfach einer neuesten Botschaft ungeprüft Glauben zu schenken, zeugt von einer gefährlichen Naivität und einem großen Mangel an wahrem Glaubensgeist und Glaubensernst. Das gilt natürlich noch viel mehr in dieser Zeit der großen Verwirrung. Der hl. Johannes vom Kreuz hebt besonders hervor, daß man solche (private) Offenbarungen nicht wünschen soll – d.i. gleichbedeutend mit der Einsicht, daß man die vielen neuen Erscheinungen und Botschaften meiden soll. Wer aber beherzigt diesen Rat des hl. Johannes vom Kreuz? Kann man nicht auch besonders in der sog. Tradition feststellen, daß das Verhalten der meisten Leute gegenteilig ist? Viele rennen jeder neuen Botschaft förmlich hinterher, denn letztlich bauen sie ihren Glauben nicht mehr auf den Glauben der Kirche, sondern ganz auf diese Botschaften auf! Wie oft erlebt man, daß man einer vermeintlichen Botschaft mehr Glauben schenkt als selbst dem Lehramt der Kirche oder den von der Kirche anerkannten Theologen. Solche Traditionalisten sind unmerklich zu Charismatikern geworden. Denn genauso wie diese reimen sie sich ihren Glauben nach ihrem eigenem „Geschmack“, ihrem religiösen Empfinden oder Gefühl zusammen. D.h., das eigene Urteil ist zur letzten Norm ihres Glaubens geworden, man glaubt letztlich nur noch der eigenen Einsicht und nicht mehr Gott und Seiner Kirche.

Echte Privatoffenbarungen als Glaubenshilfe, nicht Glaubensquelle

Wie naiv und leichtfertig dies ist, gibt nochmals DDr. Friedrich Wessely zu bedenken: „Wenn man aber von der Möglichkeit, getäuscht zu werden, absieht, dann kann eine solche Privatoffenbarung nach Johannes a S. Thoma doch sicher nicht eine Zustimmung theologischen Glaubens begründen, denn das Formalobjekt des Glaubens – Gott zu glauben, wenn er spricht – findet sich hier nicht in seiner spezifischen, sondern nur in seiner generischen Weise. Der theologische Glaube hat ja nicht nur das Wort Gottes zu seinem Motiv, sondern auch das Mysterium Gottes zu seinem Gegenstand. Nun enthalten aber die Privatoffenbarungen, wie sie innerhalb der Kirche gegeben werden, faktisch nichts, was nicht schon im allgemeinen Glaubensinhalt enthalten wäre. Sie betreffen die Praxis“ (S. 150f).

Eine Privatoffenbarung kann niemals das bestimmen, was ich als Katholik glaube. Der Inhalt des katholischen Glaubens wird allein durch die von der Kirche vorgelegten und beglaubigten göttlichen Offenbarung bestimmt. Darum kann eine Privatoffenbarung nur den Glauben verlebendigen oder stützen oder eine in Vergessenheit geratene Wahrheit wieder neu beleuchten. Mit anderen Worten, sie ist immer nur Glaubenshilfe und niemals Glaubensquelle. Wenn ich wissen will, was ich als Katholik zu glauben habe, dann befrage ich nicht irgendeinen Visionär, irgendeine Botschaft, sondern nehme einen Katechismus zur Hand oder ein Handbuch der Dogmatik.

Gefahren, die von Privatoffenbarungen ausgehen können

Johannes Rothkranz weist in seiner Broschüre „Sichere Zeichen der Endzeit“ auf einige Gefahren hin, die von Privatoffenbarungen ausgehen können. Es sei hier der Abschnitt aus seiner Schrift wiedergegeben, der unser Thema direkt betrifft:

6) Eine letzte Gruppe glaubt an diese oder jene Privatoffenbarung fester als an die Prophetien der Heiligen Schrift.
In Frankreich glaubt ein Großteil der treugebliebenen Katholiken so zuversichtlich an einen künftigen ‚Großen Monarchen’ und ‚Großen Papst’ (die angeblich noch vor dem Ende kommen sollen), daß sie sich einbilden, der jetzige große Abfall sei erst Gottes ‚Generalprobe’ für das Kommen des Antichristen! Aber die Heilige Schrift weiß weder etwas von einer solchen ‚Generalprobe’ noch von einem ‚Großen Monarchen’ oder ‚Großen Papst’!
Andere warten immer noch auf die legendären ‚drei dunklen Tage’, wieder andere hoffen auf die in La Salette angekündigte 25jährige Friedens- und Blütezeit der Kirche, noch andere berufen sich auf die Worte Mariens in Fatima: ‚Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren’.
Viele Gläubige lassen sich gar durch jede neue ‚Botschaft’ der verschiedensten ‚Seher’ oder ‚Seherinnen’ verunsichern. Seltsamerweise kündigen fast alle dieser Botschaften irgendwelche endzeitlichen Katastrophen oder Strafgerichte an, aber sie alle schweigen hartnäckig über den bevorstehenden Auftritt des Antichristen. Erst recht schweigen sie über das bereits gegenwärtige Wirken des Lügenpropheten und der Hure Babel. Das ist zweifellos auffällig, um nicht zu sagen, verdächtig.

(Sichere Zeichen der Endzeit, Johannes Rothkranz, Pro fide catholica, S. 28f)

Es ist wirklich auffällig, um nicht zu sagen verdächtig: Die allermeisten Botschaften weisen zwar auf die irgendwelche endzeitlichen Katastrophen oder Strafgerichte hin, aber nicht auf die eigentliche Katastrophe, nämlich die äußerste Gefahr für den Glauben und das ewige Heil durch die papstlose Zeit, bzw. durch diejenigen Feinde, welche die Institutionen der Kirche fremdbesetzt haben. Die allermeisten schweigen hartnäckig über den bevorstehenden Auftritt des Antichristen, bzw. verharmlosen die derzeitige apokalyptische Situation und den Erfolg der antichristlichen Gegenkirche.

La Salette, die dreitägige Finsternis und „Der Große Monarch“

Wir stimmen jedoch mit dem Urteil von Johannes Rothkranz nicht überein, daß „die Heilige Schrift … weder etwas von einer solchen ‚Generalprobe’ noch von einem ‚Großen Monarchen’ oder ‚Großen Papst’ weiß“! Diese unsere Ansicht wurde durch die Ausführungen von Prof. Alfons Konzionator in seinem Buch „Der kommende große Monarch“ gestärkt, das wir aufgrund unserer Studien über La Salette nach vielen Jahren wieder einmal zur Hand genommen und gelesen haben. Es sei hier ebenfalls darauf hingewiesen, daß gerade in La Salette durchaus und ganz besonders auf das Kommen des Antichristen hingewiesen wird, ja sogar sehr eindringlich davon gesprochen wird. Dementsprechend werden die Katholiken ermahnt, die Zeichen der Zeit zu erkennen und recht zu deuten. Und wie wir schon öfter betont haben, ist eine der wesentlichen Einsichten die: Wir leben inzwischen in der Endzeit, d.h. der Antichrist kann jederzeit in Erscheinung treten. Dabei kann uns die Große Botschaft von La Salette in besonderer Weise helfen, in unserem Urteil nüchtern zu bleiben und uns nicht durch den Abfall fast der ganzen Hierarchie vom Glauben verwirren zu lassen.

Durch unser Studium der Großen Botschaft von La Salette wurde auch unser Vertrauen in die Worte der Gottesmutter an Melanie wieder so sehr gestärkt, daß wir die legendären ‚drei dunklen Tage’ wieder ernst nehmen und zudem auf die in La Salette angekündigte 25jährige Friedens- und Blütezeit der Kirche zu hoffen wagen. Es sei jedoch extra betont, daß dies, wie oben kurz angesprochen, keine geoffenbarten Glaubenswahrheiten sind, sondern nur eine mit frommen Glauben angenommene, aber immerhin auch von der Kirche anerkannte Meinung. Jeder kann hierin auch anderer Meinung sein, denn erst die Zukunft wird deren Richtigkeit oder Falschheit erweisen. Unsererseits möchten wir Ihnen jedenfalls jene Informationen zu dem Thema nicht vorenthalten, welche vor nun fast schon einem Jahrhundert Prof. Alfons Konzionator zusammengetragen hat.

Die Weissagungen der sel. Maria Taigi

Die selige Maria Taigi († 1837) hatte viele Schauungen, welche die zukünftige Entwicklung der Kirche und Europas betrafen. Weil ihr vom Papst ein sehr großes Vertrauen entgegengebracht wurde, hatten sich doch viele ihrer Prophezeiungen genau erfüllt, müssen auch die noch ausstehenden ernst genommen werden. Den Akten ihres Kanonisationsprozesses zufolge hat sie geweissagt: „Gott wird zwei Strafgerichte verhängen: 1. eines geht von der Erde aus, nämlich Kriege, Revolutionen und andere Übel, 2. das andere Strafgericht geht vom Himmel aus. Es wird nämlich über die ganze Erde eine ‚dichte Finsternis kommen, die drei Tage und drei Nächte dauern wird‘“ (Prof. Alfons Konzionator, Der kommende große Monarch, Van-Acken-Verlag Konstanz-Düsseldorf-Lingen 1957, S. 96f).

Noch viele andere Seher bestätigen diese Ansicht der Seligen: Das Strafgericht beginnt natürlich, endet aber übernatürlich, d.h. durch ein besonderes Eingreifen Gottes. Nach diesen Sehern wird Gott die Menschen nochmals zur Umkehr und Buße führen – freilich nur durch eine äußerst große und weltweite Strafe. Auch in La Salette hat die Muttergottes auf diese zwei Seiten des kommenden göttlichen Strafgerichtes verwiesen: Einerseits prophezeit sie, es werden schreckliche Bürgerkriege ausbrechen, insbesondere in Frankreich, Italien, Spanien und England, weil das Evangelium Christi daselbst fast ganz in Vergessenheit geraten sei, so daß Gott dieser Länder eine Zeit lang gar nicht gedenken werde, weshalb die Gerechten viel werden leiden müssen, aber ihre Gebete und Tränen werden zum Himmel emporsteigen. Deshalb wird andererseits Jesus Christus durch eine besondere Tat seiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gegenüber den Gerechten den Engeln befehlen, alle seine Feinde dem Tode zu überliefern. Nun werden plötzlich die Verfolger der Kirche Jesu Christi und alle Bösewichte umkommen und die Erde wird sich wie in eine Wüste umwandeln.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.