Garibaldi und die Eroberung Roms

Die Große Botschaft von La Salette ist zweifelsohne eine Hilfe zum Verständnis der Apokalypse des heiligen Apostels Johannes und ihrer Anwendung auf unsere konkrete Zeit. Leider wurde dies bislang viel zu wenig beachtet und realisiert. Im fünften Teil unserer Arbeit wollen wir betrachten, was Unsere Liebe Frau uns als den Typus für die antichristliche Revolution vor Augen stellt: Garibaldi und die Eroberung Roms.

————

Wir haben schon anhand der Endzeitprophetien unseres göttlichen Erlösers gezeigt, daß in der Prophetie oft eine Voraussage mit einem Typus verbunden wird, um dadurch das Vorausgesagte besser verständlich zu machen. Die Zukunft ist oft in einem für uns undurchdringlichen Dunkel verborgen. Da kann ein näherliegendes geschichtliches Ereignis hilfreich sein, um das Zukünftige leichter greifen zu können. Dementsprechend hat unser göttlicher Herr die Voraussage über das Weltende mit dem Untergang Jerusalems verbunden. Dies tat Er sicherlich nicht nur deswegen, weil Ihn seine Jünger nach seiner Ankündigung – „Seht ihr das alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissen wird.“ – fragten: „Sag uns, wann wird dies geschehen, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und des Weltendes?“, sondern weil Er in seiner göttlichen Weisheit wußte, eine solche Verstehenshilfe ist notwendig. Der Untergang Jerusalems im Jahre 70 war gewissermaßen ein Weltuntergang im Kleinen.

Wenn man die große Botschaft von La Salette öfter aufmerksam liest, erkennt man, auch bei dieser Prophezeiung über die Geschehnisse während der Letzten Zeiten wird das eigentliche Endzeitgeschehen mit zeitnahen Ereignissen verbunden dargestellt. Soweit wir sehen können, wird diese Tatsache in der Literatur über La Salette kaum einmal erwähnt, geschweige denn thematisiert. Dabei ist es doch auffallend, daß von unserer himmlischen Mutter in diese Endzeitprophetie solch zeitnahe Geschehnisse eingeflochten werden. Und zwar so nahtlos, daß sich dadurch viele unaufmerksame Leser sogar zu einer Fehlinterpretation verleiten lassen. Was sind das nun für geschichtliche Geschehnisse?

Der zeithistorische Hintergrund der Botschaft von La Salette – Das Vor-Bild für dessen Endzeit-Prophetie

Den Beginn der in der Botschaft erwähnten zeitnahen Ereignisse bildet ein ganz konkreter Hinweis an Papst Pius IX.: „Der Stellvertreter meines Sohnes, der Hohepriester Pius IX., verlasse Rom nach dem Jahre 1859 nicht mehr. Er sei vielmehr standhaft und großmütig und kämpfe mit den Waffen des Glaubens und der Liebe. Ich werde mit ihm sein.“

Wir werden den Sinn dieser himmlischen Weisung aus den Zeitumständen noch genauer darlegen. Jetzt genüge der Hinweis: Papst Pius IX. wird klar angewiesen, nach 1859 die Stadt Rom nicht mehr zu verlassen. Die nun anzuwendenden Waffen sind die des Glaubens und der Liebe. Diese Anweisung wird noch mit einer zweiten verbunden und ergänzt: „Er traue dem Napoleon nicht. Sein Herz ist doppelzüngig (falsch). Und wenn er gleichzeitig Papst und Kaiser sein will, wird sich Gott bald von ihm zurückziehen. Er ist jener Adler, der in seinem Streben, immer höher zu steigen, in das Schwert stürzen wird, mit dem er die Völker nötigen will, ihn aufsteigen zu lassen.“ Aufgrund dieser Warnung vor Napoleon III., der damals zu lebenslanger Haft verurteilt war und im Gefängnis saß, haben manche an der Authentizität dieser Zeilen gezweifelt und behauptet, Melanie hätte manches aus der großen Botschaft selbst erfunden und eingefügt. Inzwischen sind jedoch die Originaldokumente in den römischen Archiven wiedergefunden worden, wodurch bewiesen wurde, die ganze Große Botschaft von La Salette ist durchaus authentisch. Melanie hat nichts erfunden und hinzugefügt.

Verschaffen wir uns noch einen Überblick über die weiteren zeitnahen Prophezeiungen in der großen Botschaft. Da heißt es etwas später: „Der Papst möge sich vor den Wundertätern in acht nehmen. Denn die Zeit ist gekommen, da die erstaunlichsten Wunder auf der Erde oder in der Luft stattfinden.“ Und dann: „Der Heilige Vater wird viel leiden. Ich werde bei ihm sein bis zum Ende, um sein Opfer anzunehmen.“ Das Pontifikat Pius IX. war tatsächlich sehr leidvoll, fiel es doch in die Zeit der Errichtung des neuen vereinigten Staates Italien. Dieses neue Italien sollte nicht mehr katholisch geprägt sein, sondern nach den Prinzipien der französischen Revolution gestaltet werden. Dementsprechend erklärt die weinende Gottesmutter noch: „Die Bösewichter werden mehrere Male seinem Leben nachstellen, ohne seinen Tagen schaden zu können. Aber weder er noch sein Nachfolger werden den Triumph der Kirche Gottes sehen. Die bürgerlichen Regierungen werden alle dasselbe Ziel haben, das da ist, die religiösen Grundsätze abzuschaffen und verschwinden zu lassen, um für den Materialismus, Atheismus, Spiritismus und alle Arten von Lastern Platz zu schaffen.“

Damit ist der Typus benannt, auf dessen Hintergrund wir die Prophezeiungen von La Salette lesen und verstehen müssen, so wie der Untergang Jerusalems für unseren Herrn Jesus Christus der Typus war, um Seine Endzeitprophetie zu verdeutlichen. Dabei muß es sicherlich zwischen den beiden jeweils gewählten Typen einen Unterschied geben, da wir 1846 dem Ende der Welt um 1800 Jahre näher gekommen sind. Im 19. Jahrhundert ist natürlich die antichristliche Endzeit schon viel deutlicher, d.h. detaillierter zu erahnen als zur Zeit Jesu. Beim Untergang Jerusalems geht es um das Drama des Weltuntergangs, bei den Ereignissen um Pius IX. geht es um das Drama der Kirche Jesu Christi in der antichristlichen Welt. Es steht ja nicht mehr eine Stadt im Mittelpunkt, sondern eine Person, nämlich Papst Pius IX.

DAS RISORGIMENTO – Ein geeintes Italien unter dem Banner der Freimaurerei

Italienische Unabhängigkeitsbestrebungen gegen die Habsburgermonarchie

Zeichnen wir nun zunächst wie beim Untergang Jerusalems den Typus nach, denn er ist ja genauso wie der Untergang Jerusalems inzwischen geschichtliche Tatsache geworden. Die Worte der weinenden Gottesmutter in La Salette an Papst Pius IX. haben als geschichtlichen Hintergrund das sog. Risorgimento, die Wiedererrichtung eines einheitlichen italienischen Staates. (Genauer gesagt ging es überhaupt erst um die Errichtung eines italienischen Nationalstaates, den es bis dahin nicht gegeben hatte. Der Nationalismus als solcher ist „eine Entwicklung der europäischen Neuzeit“, wie uns „Wikipedia“ belehrt. „Die Idee des Nationalstaates rückte“ generell erst „ab dem 18. Jahrhundert vollends in das Zentrum der Politik“.)

Damals, d.i. um 1848, bestand Italien, genauso wie Deutschland, noch aus einer Reihe von Einzelstaaten. Die oberitalienischen Gebiete standen unter österreichischer Oberhoheit. Dort war es schon seit 1820 zu Aufständen gekommen, die sich gegen die österreichische Herrschaft unter der Habsburgermonarchie richteten. Besonders aktiv waren dabei die Gruppen um Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi, die jedoch nicht offen, sondern im Untergrund operierten. Mazzini war Demokrat und träumte von einem geeinten freien Italien in einem von den monarchischen Dynastien befreiten Europa. Daneben gab es das Königreich Piemont-Sardinien, das seit 1720 bestand. Es spielte in den italienischen Vereinigungskriegen nach dem Wiener Kongress, dem Risorgimento, eine entscheidende Rolle. König Karl Albert von Sardinien-Piemont hatte am 4. März 1848 eine an Frankreich orientierte Repräsentativverfassung erlassen, sein Land war also eine konstitutionelle Monarchie.

Im Januar 1848, dem Revolutionsjahr, war es in Sizilien, Mailand, Brescia und Padua zu Erhebungen italienischer Freiheitskämpfer gegen die Vorherrschaft der Franzosen im Süden und die der Österreicher im Norden gekommen, die sich am 17. März 1848 in Venedig und Mailand verstärkten. Da der König von Sardinien-Piemont diese Situation für eine Vereinigung ganz Italiens unter seiner Herrschaft ausnutzen wollte, kam es schließlich zum Krieg zwischen Sardinien-Piemont und Österreich. Nach anfänglichen Erfolgen wurden jedoch am 25. Juli 1848 die Truppen des Königreichs Piemont-Sardinien von den Österreichern unter Feldmarschall Radetzky geschlagen. Damit fiel die Lombardei wieder zurück an Österreich, wohingegen Venedig selbständig blieb und sich am 23. März 1848 für unabhängig erklärte und die Republik ausrief.

Als im Februar 1849 Aufständische gegen den Großherzog Leopold II. von Habsburg in der Toskana putschten, kam es erneut zum Krieg zwischen Piemont-Sardinien und dem Habsburgerreich. Dieser wurde wieder zugunsten der kaiserlichen Österreicher unter Feldmarschall Radetzky entschieden. Damit war die italienische Einigungsbewegung vorerst zerschlagen und die österreichische Vorherrschaft in Oberitalien im Wesentlichen wiederhergestellt. Als letzte Bastion des Widerstandes fiel am 24. August 1849 auch noch die Republik Venedig. Feldmarschall Radetzky erhielt vom österreichischen Kaiser das Amt des General-, Zivil- und Militärgouverneurs von Lombardo-Venetien. Auch im Königreich Neapel-Sizilien kam es 1848/49 zu revolutionären Unruhen, in denen die Aufständischen König Ferdinand II. von Neapel-Sizilien dazu brachten, eine an Frankreich orientierte Verfassung zu erlassen.

Der Kirchenstaat wird Republik – Flucht Papst Pius‘ IX. aus Rom

Die revolutionären Unruhen erfaßten auch den Kirchenstaat. Papst Pius IX. mußte im November 1848 aus Rom fliehen. Am 9. Februar 1849 riefen die römischen Revolutionäre im Kirchenstaat die Republik aus. Mit Hilfe der französischen Truppen gelang es jedoch am 3. Juli 1849 die römische Revolution niederzuschlagen, worauf die Macht von einem Exekutivkomitee aus Kardinälen übernommen wurde. Erst 1850 kehrte der Papst nach Rom zurück und stellte die alten Verhältnisse wieder her. Damit hatten in Italien vorerst die konservativen Mächte gesiegt.

Mazzini und Garibaldi – Die Träger der italienischen Revolution

Wenden wir uns nach diesem kurzen Blick auf die geschichtlichen Fakten des Revolutionsjahres 1848 den wichtigsten – öffentlich bekannten – Trägern der Revolution in Italien zu. Denn Revolutionen werden entgegen dem in der Schule vermittelten Märchen nicht vom Volk, sondern immer von einer mit den entsprechenden Machtmitteln ausgestatteten Elite gemacht. Die von der Öffentlichkeit wahrgenommenen Revolutionäre waren Mazzini und Garibaldi.

Giuseppe Mazzini war der geistige Führer des italienischen „Risorgimento“. Er war unbestreitbar der Vordenker und Hauptaktivist der Revolution. Wobei sich seine revolutionären Umtriebe nicht nur auf Italien beschränkten. Giuseppe Garibaldi war ein berühmter Guerillakämpfer und Italiens berühmtester Soldat des Risorgimento. Er wurde aufgrund seiner militärischen Leistungen sowohl in Südamerika als auch in Europa „Held zweier Welten“ genannt. Würden diese beiden Revolutionäre heutzutage für die arabische Welt kämpfen, würde man sie zu den internationalen Terroristen rechnen. So aber sind sie Helden der Freiheit des neuen Italien geworden.

Nach dem Scheitern eines Aufstands in Piemont war Garibaldi nach Südamerika geflohen, wo er in zahlreiche Kämpfe für Freiheit und Unabhängigkeit verwickelt wurde. Während dieser Zeit machte er nützliche Erfahrungen in Kriegsführung und Guerillataktik. Während seines Exils in Südamerika lernte er auch seine erste Frau kennen, die als Anita Garibaldi auch heute noch in Italien die heldenhafte Frau schlechthin verkörpert. Als er 1848 nach Italien zurückkehrte, nahm er unter anderem 1848/49 mit seinen Verbänden von Freiwilligen, den sogenannten „camicie rosse“ (Rothemden) am Krieg Piemonts gegen Österreich teil, was ihn in den Augen seiner Landsleute bald zum Nationalhelden machte.

Am Abend des 5. Mai 1860 segelte Garibaldi mit 1162 seiner Rothemden auf zwei von der piemonteser Regierung gecharterten Schiffen, die „Piemonte“ und die „Lombardo“, von Genua in Richtung Süden, um das „Königreich beider Sizilien“ (Sizilien und Neapel) zu erobern. Die tausend Kämpfer stammten zwar vorwiegend aus Nord- und Mittelitalien, aber nicht nur. Die Armee Garibaldis war vielmehr international, was doch eigentlich jedem aufmerksamen Beobachter auffallen sollte. Es stellt sich sodann aber die Frage: Woher kamen die anderen und welchen Grund hatten sie, für die „Freiheit“ Italiens zu kämpfen? Welche internationale Gruppe kann länderübergreifend Revolutionäre rekrutieren und in den Krieg schicken?

Die Soldaten Garibaldis waren zunächst nur schlecht bewaffnet, hatten sie doch nur alte Gewehre und zudem kaum Munition, weshalb Garibaldi beschloß, am 7. Mai zunächst in Talamone (Toskana) Halt zu machen, um bei der dortigen Garnison des Piemont-Sardinien-Heeres Proviant, Munition und drei alte Kanonen einzutreiben. Es heißt in dem übernommenen Text einzutreiben. Kann man denn so einfach Waffen eintreiben? Muß diese und auch die Guerillakämpfer nicht jemand bezahlen?

Garibaldi wird mit Unterstützung Englands „Diktator Siziliens“

Bereits Ende 1859 und im April 1860 war es auf Sizilien zu Volksaufständen gegen die Bourbonen gekommen, die von Giuseppe Mazzinis Anhängern gesteuert worden waren. Die sizilianischen „Patrioten“ hatten eine Intervention des Königreichs Piemont-Sardinien verlangt, was aber sowohl König Vittorio Emanuele II. als auch Ministerpräsident Camillo Benso di Cavour offiziell ablehnten. In Wahrheit unterstützten sie jedoch heimlich, und zwar zusammen mit England (!), die Expedition. Am 11. Mai landeten sie unter dem Schutz zweier Kriegsschiffe der Royal Navy (!), die sich dort zum Schutz britischer Unternehmen aufhielten, nahe der westsizilianischen Stadt Marsala. Glücklicherweise (oder etwa ebenfalls geplant?) hatten einen Tag zuvor die Befehlshaber der Bourbonen ihre Truppen zurück nach Palermo beordert, um sich gegen einen erwarteten Aufstand in der Hauptstadt zu wappnen.

So konnten die „Garibaldini“ Marsala verlassen und versuchten, das Landesinnere zu erreichen. Zu ihnen gesellte sich bereits am 12. Juni eine Gruppe 500 sizilianischer „picciotti“ (junger Kämpfer) unter den Brüdern Sant’Anna. Am 14. Mai 1860 eroberte Garibaldi mit seinen Rothemden das Städtchen Salemi und rief dort eine „Diktatur der Befreiung“ aus im Namen des Königs Viktor Emanuel II. In der Schlacht von Calatafimi schlugen seine Rothemden am 15. Mai 1860 die Truppen des dreifach überlegenen neapolitanischen Generals Landi. Ein darauf ausbrechender Volksaufstand kam ihm bei der Besetzung von Palermo entgegen. Er führte einen schnellen Vormarsch auf Messina durch und brachte schließlich nach seinem Sieg am 20. Juli bei Milazzo ganz Sizilien unter seine Kontrolle. Garibaldi ernannte sich im Namen von Viktor Emanuel II. zum Diktator Siziliens. Der neapolitanische General Carlo Filangieri wollte noch 40.000 Soldaten in einem sizilianischen Brückenkopf bei Messina gegen die Eindringlinge zusammenziehen, doch der schwache König Franz II. konnte sich infolge der Unzuverlässigkeit seiner Truppen nicht zu energischen Operationen durchringen. Am 8. August setzte Garibaldi aufs Festland über. Die kampflose Besetzung Neapels erfolgte am 7. September; es waren bereits 23.000 Mann zu ihm übergelaufen. Am 19. September stand seine Vorhut unter seinem Stabschef Wilhelm Rüstow vor Capua.

Endgültige Kapitulation der Bourbonen in Sizilien

Im Oktober fand schließlich die entscheidende Schlacht statt. Ein Heer von 50.000 Soldaten des Königs von Neapel versuchte, Garibaldis Truppen (etwa die Hälfte der Zahl nach) in Kampanien zu schlagen, unterlag jedoch in der Schlacht am Volturno. Nach der Sprengung der Festung von Gaeta mußten die Bourbonen endgültig kapitulieren.

Nun fingen die militärischen Erfolge Garibaldis an, den König Vittorio Emanuele II. in Turin zu beunruhigen. Er fürchtete, daß Garibaldi die Schaffung einer Republik im Auge haben könnte. Sein revolutionärer Elan wollte auch vor Rom und dem Papst nicht haltmachen. Um dies zu verhindern, schickte die piemonteser Regierung Truppen nach Süden, die am 18. September 1860 die päpstlichen Truppen bei Castelfidardo schlugen und sich anschließend mit denen Garibaldis vereinigten. Am 26. Oktober 1860 fand in Teano bei Neapel das berühmte Treffen zwischen Vittorio Emanuele II. und Garibaldi statt, in dem Garibaldi unmißverständlich Viktor Emanuel als „König von Italien“ begrüßte und damit das deutliche Signal abgab, daß er auf eigene politische Ambitionen verzichten wolle, um dem Haus Savoyen die Krone Italiens zu sichern – was doch zunächst wenigstens für einen Revolutionär vom Format eines Garibaldi ein wenig seltsam anmutet. Wir werden den Grund noch erfahren, der dieses Verhalten erklärt.

Es stellt sich nämlich allmählich die Frage: Ging es den Revolutionären allein um einen wiedergeeinten Staat Italien oder ging es ihnen vielleicht um mehr, viel mehr? Mazzini und Garibaldi waren keine Einzelgänger und die Revolution, wie schon erwähnt, zunächst natürlich keine Volksbewegung. Beide Revolutionäre waren Freimaurer und das wiedervereinte Italien sollte dementsprechend ein Staat sein, welcher der Freimaurerdoktrin entsprach – also durch und durch antikatholisch sein sollte! In einem Brief von 1861 schrieb Garibaldi: „Im Zentrum Italiens, in seinem Herzen wuchert ein Krebs, genannt Papsttum, ein Betrüger namens Papsttum. Ja wir haben noch einen furchtbaren Feind unter uns, und was noch furchtbarer ist, er herrscht in den unwissenden Klassen, welche seine Satzungen befolgen.“

Bei den Freimaurern sind immer alle, die nicht ihren Ideen anhängen, unwissende Bauern, wohingegen ihre Leute, die freilich gar nicht wissen, wer sie letztlich dirigiert, Wissende sind. In Wirklichkeit sind sie freilich nur nützliche Idioten. Da sich die katholische Kirche von dem frommen Getue Garibaldis nicht täuschen ließ und ihn öffentlich einen Atheisten nannte, sah er sich in einer Rede vor 20 000 Menschen in Padua gezwungen, sich gegen diesen Vorwurf zu verteidigen: „Es ist Einbildung, wenn mich meine Feinde als Atheisten anschuldigen. Ich glaube an Gott. Ich glaube an die christliche Religion und nicht an die päpstliche Religion. Ich spiele mich nicht als Vermittler auf zwischen Gott und den Menschen. Die Priester tun dies mehrheitlich, sie betreiben einen Ausverkauf der Religion. Sie sind die Feinde der wahren Religion. Freiheit und Fortschritt sind für sie der Grund für eure Sklaverei und Erniedrigung, und nach der Unterjochung der Italienischen Seelen haben sie die Ausländer gerufen, um auch eure Körper zu besitzen. Die Ausländer haben wir nun besiegt, nun müssen wir noch diese Bischofsmützen und geschorenen Häupter ausstoßen, die solches verkünden. Das Volk muß wissen, daß es nicht genug ist, ein freies Land zu haben, es hat zu lernen das Recht zu halten, und die Pflichten eines freien Menschen zu erfüllen. Pflicht! Pflicht! Das ist das Wort! Unser Volk muss seine Pflichten lernen, seinen Familien, seinem Land und der Humanität gegenüber.“

Eine in der Tat merkwürdige Verteidigung, denn der „Gott“ des Freimaurers Garibaldi ist offensichtlich die Humanität. Demgemäß ist es die Pflicht jedes „freien“ Menschen, die Kirche Jesu Christi zu verfolgen und Bischofsmützen und geschorene Häupter auszustoßen . Und wehe demjenigen, der sich dieser Meinung des revolutionären Diktators nicht anschließt, da ist es dann schnell wieder vorbei mit der neuen Freiheit. Daß Garibaldi es wagt, sich dennoch einen Christen zu nennen, beweist eindeutig, daß er seine freien Italiener alle für Dummköpfe hält. Ganz im Sinne dieses „Gottes“ Humanität sagte Garibaldi zwei Jahre vor seinem Tod: „Liebe Freunde, der Mensch erschafft sich seinen Gott, nicht Gott den Menschen!“ Von welcher Art die Humanität dieses „Gottes“ ist, den sich der Mensch selbst schafft, das kann heutzutage jeder sehen, der noch Augen im Kopf hat.

Vita des Freimaurers Mazzini…

Es wird zuweilen in Abrede gestellt, daß Mazzini der Loge angehört haben soll, was freilich lächerlich ist. Für die Freimaurer ist es vollständig sicher, daß er einer der ihren war. Er wird in ihren Listen als „Bruder“ geführt und schon das System der Carbonari, dem er in seinen frühen Jahren angehörte, war mit Freimaurern durchsetzt, logenartig strukturiert und die Mitglieder waren an strenge mystische Eide gebunden. Im Onlinelexikon “Wikipedia” ist über ihn u.a. zu lesen: „Mazzini war Freimaurer und Altgroßmeister des Grande Oriente d’Italia. Als er 1872 starb, wurden bei seiner Beerdigung in Rom zum ersten Mal Freimaurerfahnen durch die Straßen getragen. Im Juli 1949 lud die italienische Regierung die Mitglieder des Grande Oriente d’Italia dazu ein, an der Parade und an der Widmung einer Statue für Mazzini in Rom teilzunehmen. Etwa dreitausend italienische Freimaurer waren anwesend. Die Aufstellung der Statue hatte sich durch die Regierungszeit Mussolinis bis nach dem Tod Ettore Ferraris verzögert, der sie entworfen hatte und der ehemaliger Großmeister des Großorients von Italien war.“

… und seines Logenbruders Garibaldi

Garibaldi wurde 1861 in Montevideo in eine Freimaurerloge aufgenommen und wechselte im selben Jahr in die Loge Sebezia in Neapel, die sich daraufhin in Grande Oriente di Napoli umbenannte. 1864 wurde in Florenz ein Kongreß einberufen, der die Vereinigung der Großlogen von Italien zum Ziel hatte. Sie bildeten daraufhin einen Dachverband von Großlogen, den Vorläufer des Grande Oriente d’Italia, zu dessen Großmeister Garibaldi gewählt wurde. 1877 nahmen die Freimaurer von Italien mit Freimaurerbannern in einer Großveranstaltung an der Enthüllung des Garibaldi-Denkmals auf der Piazza Mentana in Florenz teil. Innerhalb der Entwicklung der Freimaurerei ist er auch bekannt für das Zusammenlegen der Memphis- und Misraïm-Riten, die bis 1881 getrennt waren. Ihre Vereinigung ist auf sein Bestreben zurückzuführen.

So ist es nicht verwunderlich, daß auch fast alle Freunde und wichtigsten Helfer Mazzinis und Garibaldis, wie etwa Graf Camillo Benso di Cavour und natürlich auch König Viktor Emanuel II. ebenfalls Freimaurer waren. Bedenkt man dies, so wird einem plötzlich verständlich, warum der Revolutionär und Diktator von Sizilien Garibaldi großzügigerweise die Herrschaft König Viktor Emanuel II. überließ.

Gute Logenfreunde Mazzinis waren Aurelio Saffi, ein Mitglied des „Römischen Triumvirates“ von 1849, und Giosue Carducci. Der Dichter Carducci war ein extremer Atheist, er verfasste u.a. die „Hymne an Satan“ („Inno a Satana“), welche in vielen Logen bei Festen rezitiert wurde. Hieraus nur eine Strophe, die den eigentlichen Geist, der hinter dem Ganzen steht, offenbart:

„Sei gegrüßt o Satan,
O Rebellion,
O rächende Macht der Vernunft!
Heilig sollen zu dir emporsteigen
der Weihrauch und die Gelübde!
Du hast besiegt den Jehova der Priester.“

Nimmt man diesen historisch gesicherten Hintergrund der italienischen Revolutionen ernst, so kann man ganz zu Recht sagen, ohne die Freimaurer würde das heutige Italien als Staat gar nicht existieren. Die Freimauerei behauptet dementsprechend auch ganz selbstbewußt: Wir haben Italien erschaffen!

In ihrem Onlinelexikon ist folgendes zu lesen:

Die Freimaurer gehörten zur Modernisierungselite
Spätestens ab der französischen Revolution entstanden auch in Italien Modernisierungsbewegungen wie zum Beispiel die Carbonari oder eben die Freimaurer. Deren Ziele waren wie überall in Europa: Bürger- und Menschenrechte, demokratischere Verhältnisse, ein zeitgemäßes Rechtswesen, die Zurückdrängung der Macht der Kirche, die Liberalisierung der immer noch zünftlerisch gefesselten Wirtschaft und die Befreiung der Menschen von vererbten Abhängigkeiten.
Anders als weiter im Norden mussten die italienischen Modernisierer aber nicht nur gegen innere Gegner kämpfen, sondern auch gegen die fremden Mächte auf ihrem Boden. Und als singuläre Spezialität kam in der Mitte des Landes noch der Kirchenstaat mit dem Papst dazu, der seine weltlichen Territorien und Pfründe mit allen Mitteln verteidigte. Ganz abgesehen von seinem als Bischof von Rom sehr unmittelbaren Einfluss auf die Herzen und das Denken vieler Gläubigen weit über seinen politischen Machtbereich hinaus: Die Päpste jener Zeit setzten das gegen die modernen Ideen ein. Und so war eine ganze Reihe von Aufständen und Befreiungskriegen notwendig, bis Italien ab 1859 unter der Führung Piemonts mit der Hauptstadt Turin ein geeinter Staat werden konnte. Und 1870 gelang schließlich auch noch die Eroberung des Kirchenstaats, worauf die Hauptstadt nach Rom verlegt wurde.
In diesem jahrzehntelangen Prozess der Modernisierung und nationalen Einigung spielten italienische Freimaurer eine wichtige Rolle, und das obwohl die Logen ab dem Wiener Kongress 1815 in vielen italienischen Regionalstaaten verboten oder unterdrückt waren. Kein Wunder, waren doch viele führende Köpfe des Risorgimento Logenmitglieder, oft im Ausland, aufgenommen. Der bekannteste war wohl der bis heute legendäre Giuseppe Garibaldi: Er wurde später Großmeister des ‘Grande Orients d’Italia’. Andere waren Camillo Cavour, Schöpfer der italienischen Verfassung, Giuseppe Mazzoni, auch ein berühmter Großmeister, oder der Revolutionär Giuseppe Mazzini. Und weitere, deren Namen heute nur noch Geschichtskundige kennen.
… und sie war antiklerikal
Neben der sehr politischen Ausrichtung der italienischen Freimaurerei mit sozialem Engagement war der zweite Schwerpunkt der Antiklerikalismus. Das ist schon deswegen verständlich, weil sich der Vatikan während des Risorgimento stets gegen die von den Freimaurern mitgetragene Bewegung der Vereinigung Italiens widersetzte. Die Einigung Italiens war mit territorialen und politischen Verlusten des Vatikans verbunden. Rom musste 1870 mit Gewalt eingenommen werden. Wie bereits erwähnt, förderte die Freimaurerei auch die Entwicklung von Krematorien und von Bestattungsinstituten. Dies hatte einen antikatholischen Grund, als der Kirche so das Monopol auf das Sterben und das Ritual der Beerdigung streitig gemacht wurde.
Die politische Ausrichtung der Freimaurerei wurde von der Kirche mit Ablehnung beobachtet. Sie reagierte mit der berühmten Enzyklika „Humanum genus“ von Papst Leo XIII., in der die Gläubigen auf internationaler Ebene vor der masonischen Sekte, die das Christentum unterdrücke, gewarnt wurden.

Typus und geschichtliche Wirklichkeit

Wiederholen wir nach dieser Zeichnung des Typus diejenigen Worte, mit denen Unsere Liebe Frau von La Salette das ganze Geschehen kommentiert: „Die Bösewichter werden mehrere Male seinem Leben nachstellen, ohne seinen Tagen schaden zu können. Aber weder er noch sein Nachfolger werden den Triumph der Kirche Gottes sehen. Die bürgerlichen Regierungen werden alle dasselbe Ziel haben, das da ist, die religiösen Grundsätze abzuschaffen und verschwinden zu lassen, um für den Materialismus, Atheismus, Spiritismus und alle Arten von Lastern Platz zu schaffen.“ Könnte man besser das Wesen dieser Revolution beschreiben, die schließlich alle Staaten Europas überrollt hat, um für den Materialismus, Atheismus, Spiritismus und alle Arten von Lastern Platz zu schaffen?

Pius IX. wußte, er ist in diesem revolutionären Italien seines Lebens nicht mehr sicher, weshalb er gemäß der Weisung der Gottesmutter Rom nach dem Jahre 1859 nicht mehr verließ. Die Kirche verlor durch die Revolution ihren weltlichen Besitz, der Papst wurde zum Gefangenen im Vatikan. Es war die Zeit der Niederlagen, weshalb es in der Großen Botschaft heißt: Weder er noch sein Nachfolger werden den Triumph der Kirche Gottes sehen. Nein, sie sahen nicht den Triumph der Kirche, sondern den Niedergang. Der Verlust des Kirchenstaates war dazu nur der Anfang, wie schon Dr. Ernst Commer in der Zeitschrift „Divus Thomas“ von 1914 erkennt: „Der erste Raub des Kirchenstaates durch den korsischen Abenteurer gab das Zeichen für die weiteren Angriffe der Revolution, die unter Pius IX. zur Vernichtung der weltlichen Herrschaft und zur Einnahme Roms führten. Damit trat das Papsttum in die neue babylonische Gefangenschaft ein, die unvergleichlich härter ist als die avignonesische. Was unter Pius VII. nur vorübergehend eingetreten war, ist bis jetzt dauernder Zustand der Kirche: ihr Oberhaupt ist gefangen, der vollen persönlichen Freiheit beraubt, ohne welche seine amtliche Freiheit nicht bestehen kann. Dadurch ist die zur freien Regierung der Kirche absolut notwendige Immunität und Souveränität des Papstes verletzt. Pius IX. konnte daher mit vollem Rechte sich auf die bittere Erfahrung berufen, die es täglich offensichtlicher machte, ‚daß die sakrilegische Usurpation seiner Herrschaft hauptsächlich bezweckt habe, die Kraft und die Wirksamkeit des päpstlichen Primates zu brechen und endlich, wenn es möglich wäre, die katholische Religion selbst zu zerstören‘“ (S.400).

Die äußere Eroberung Italiens und des Kirchenstaates – ein Typus für die innere Eroberung

Wenn wir also den vom Himmel bezeichneten Typus ernst nehmen, dann sagt uns damit die Gottesmutter doch vor allem Folgendes: Die Feinde erobern das Land, den Kirchenstaat und die Stadt Rom. Mit anderen Worten, sie machen Rom zur Hauptstadt ihrer antichristlichen Macht. Wobei die ganze Botschaft uns zudem darauf hinweist: Dieses auf der Ebene der Politik und der Staaten sich ereignende revolutionäre Geschehen soll auch auf der Ebene der kirchlichen Institution fortgesetzt werden. Nachdem die Feinde den Thron, also die weltliche Herrschaft erobert haben, wollen sie auch noch den Altar, also die geistliche Herrschaft erobern. Dies wollen sie erreichen – wir haben es schon aus der Großen Botschaft aufgezeigt – indem sie die kirchlichen Institutionen unterwandern und schließlich so umfunktionieren, daß sie diese für ihre eigenen, revolutionären Zwecke einspannen können. Man muß leider feststellen: Das ist ihnen inzwischen vollkommen gelungen. Seit der Antipapst Johannes XXIII. die Herrschaft im Vatikan übernommen hat, ist die freimaurerische Revolution in der Kirche zur Chefsache geworden. Seine erste Aufgabe – und Bedingung für seine Wahl – war es, ein Konzil einzuberufen, das eine neue „Kirche“ aus der Taufe heben sollte. Seit Giuseppe Roncalli alias Johannes XXIII. und seine Nachfolger im Vatikan das Sagen haben, läuft für die Freimaurer alles nach Plan.

„Das geheime Konzil“ …

Am 12. Juni 2014 veranstaltete der „Grande Oriente d’Italia“ (Großorient von Italien) in Rom eine Buchvorstellung. „Das geheime Konzil“ des Journalisten Ignazio Ingrao, Mitarbeiter des italienischen Staatsfernsehens RAI und Vatikanist des Wochenmagazins Panorama, sollte besprochen werden. Im Untertitel des Buches heißt es: „Geheimnisse, Intrigen und Machtspiele des Ereignisses, das das Gesicht der Kirche verändert hat“.

Im Schlußwort der Veranstaltung meinte der Großmeister des Großorients von Italien, Stefano Bisi: „Es würde mich wirklich freuen zu wissen, was Papst Franziskus von der Freimaurerei denkt“, wobei dies für den Freimaurer und Großmeister einer Loge sicherlich gar kein Geheimnis sein dürfte, ist es doch öffentlich bekannt, daß Bergoglio einer der ihren ist. Immerhin hat das Rotary-Magazin für Deutschland und Österreich in seiner Ausgabe 4/2013 berichtet: „Wussten Sie, dass es eine Verbindung zwischen Papst Franziskus und Rotary gibt? Der neue Papst, damals noch Erzbischof Jorge Mario Bergoglio von Buenos Aires, wurde 1999 zum Ehrenrotarier des RC Buenos Aires ernannt und erhielt 2005 den Silver Laurel Preis des Clubs als ‚Person des Jahres‘. Von Seiten des Clubs heißt es dazu aktuell: ‚Der RC Buenos Aires bat in seiner Fürbitte den Schöpfer um Unterstützung und Hilfe für Papst Franziskus und bekräftigte seine Freude darüber, dass der damalige Erzbischof von Buenos Aires 2005 mit dem Silbernen Lorbeer für die Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet wurde, einen Preis, den der Club an herausragende Persönlichkeiten des Gemeinwesens verleiht.‘ Auch in Deutschland haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche die Ehrenmitgliedschaft in einem Rotary Club erhalten. Dazu zählen u.a. Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, und Johannes Friedrich, ehemaliger Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.“ Dazu kann man nur sagen: Ehre wem Ehre gebührt! – nannten sich ja schon die italienischen Mafiosi uomini d’onore, Ehrenmänner.

Der Großmeister des Großorients von Italien kam natürlich anläßlich dieser Buchvorstellung auch noch auf das sog. Konzil zu sprechen: „Ich bin zutiefst überzeugt, daß es auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Freiheit fruchtbare Kontakte zwischen der katholischen Kirche und den Andersgläubigen geben kann. Ich denke, es ist Zeit, mehr zu einen, als zu trennen und ich bin überzeugt, daß ein wertvoller Punkt der Begegnung und des Dialogs gefunden werden kann.“

Später spielte Bisi noch auf den 20. September an, das ist der Tag, an dem die Freimaurer ihren Sieg über den Kirchenstaat feiern: „Der nächste 20. September sollte wegen einer anderen Bresche begangen werden, einer Bresche, die dazu dient, Mauern einzureißen, die verschiedene Welten trennen, die sich begegnen möchten. Es besteht eine große Notwendigkeit nach Verbindungen. Das war auch die Botschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils, das vor 50 Jahren eine neue Ära innerhalb der katholischen Welt geöffnet hat. Eine Botschaft, die heute mit dem Pontifikat von Bergoglio mit einem neuen und sehr starken innovativen Schub aufgeladen wird, die aus dem Willen erwächst, die Kirche in ihrer Physiognomie (äußeren Erscheinung) neu zu modellieren, einer Überprüfung der Seelsorge der zwischenmenschlichen Beziehungen, einer Aufwertung der Methoden, die durch jene außergewöhnliche Versammlung eingeleitet wurde, die von 1962 bis 1965 unter den Päpsten Johannes XXIII. und Paul VI. stattfand: offene und demokratische Debatte und intensives Anhören der Gesellschaft.“

… und die „Neumodellierung“ der Kirche

Der Großmeister des Großorients von Italien versteht Bergoglio offensichtlich viel besser als die meisten modernen Konservativen und halbkonservativen Pseudokatholiken, also viele der sog. Traditionalisten. Für ihn ist es eindeutig, daß mit Bergoglio die institutionelle „kirchliche“ Revolution mit einem neuen und sehr starken innovativen Schub aufgeladen wird, die aus dem Willen erwächst, die Kirche in ihrer Physiognomie neu zu modellieren. Man beachte die Wortwahl: Neu aufgeladen, denn der innovative Schub war doch schon mindestens seit dem sog. Konzil vorhanden – und neu zu modellieren, das hört sich doch gut an.

Die drei Wurzeln der ökumenischen Bewegung

Es ist sicherlich abschließend noch der Mühe wert, ganz kurz eine der Hauptirrlehren dieser Neumodellierung auf ihren Logenhintergrund abzuklären, um den Sinn des Ganzen einigermaßen begreifen zu können. Der sog. Ökumenismus gehört sicherlich zu den Hauptirrlehren der neurömischen Menschenmachwerkskirche. Laut dem ökumenischen Katechismus gibt es 3 Wurzeln der ökumenischen Bewegung:
a. Die Evangelische Allianz
b. Der CVJM
c. der Christliche Studentenweltbund

zu a. Die Evang. Allianz wurde 1846 in London mit einer Konferenz von 921 Christen aus allen Konfessionen gegründet. Als Gründer derselben gilt Thomas Chalmers. Chalmers war Mitglied der Royal Society und der Freimaurerloge St. Vigean in Forfarshire (Schottland). Der Gründer der Evang. Allianz war also selbstverständlich ein Freimaurer!
zu b. Der CVJM (YMCA = Young men christian association) ist ebenso eine Freimaurergründung. Offen zutage trat die Verbindung des CVJM mit der Loge in den beiden Weltkriegen in der Flüchtlingshilfe. Außerdem ist der CVJM (YMCA) eine Verteilstelle für UNESCO-Material. Das ist freilich kein Wunder, war doch der Initiator des CVJM kein anderer als der namhafte Freimaurer und spätere Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant. Die Standarte der Freimaurer ist ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund. Von dieser wurde die Rot- Kreuz-Flagge abgeleitet. Henry Dunant war der Überzeugung: „Zwei große Feinde des Humanismus sind der Staat und die Kirchen. Sie sind die geistige und moralische Quelle der Sklaverei, bis zum letzten Atemzug werde ich den ganzen Staatsbetrieb zu demoralisieren suchen und für die Freiheit des Gewissens kämpfen.“
zu c. Christlicher Studentenweltbund. Er wurde 1895 von John Raleigh Mott gegründet. John R. Mott war Friedensnobelpreisträger von 1946 und Mitglied in der Phi Beta Kappa Society, einer Geheimorganisation mit freimaurerischem Ritual und Verschwiegenheitseid (aus: The Encyclopedia Americana). Der Gründer war World Committee President von 1926-37.

Als eigentlicher Gründer der Ökumene gilt Nathan Söderblom, auch „Vater der Ökumene“ genannt. Als Erzbischof von Uppsala war Söderblom auch Vizekanzler der Universität und machte Uppsala zu einem internationalen Zentrum der Ökumene. Söderblom war Hochgradfreimaurer. Im Jahre 1904 wurde er zum Priester der Freimaurerei in Ahura Mazdan Heiligtum geweiht. Als Illuminat hatte er einen Platz im Rat der 33. Die Feinde hatten es also zunächst auf die Jugend und die Studenten abgesehen. Wenn man diese von den ökumenischen Gedanken überzeugen kann, dann geht der Rest wie von selbst. Wohl keiner unserer Leser wird daran zweifeln, die Ökumene ist inzwischen kein bloßes Interesse der Jugend und der Studenten mehr, sie ist vielmehr mit dem 2. Vatikanum ein Wesenszeichen der neuen Konzils- oder Menschenmachwerkskirche geworden. Seit Jahrzehnten wird nun schon den Anhängern dieser Sekte von höchster Stelle aus eingeredet, daß alle Religionen denselben Gott anbeten würden.

So machte etwa Bergoglio, alias Franziskus, in seinem Video zur Gebetsmeinung vom Januar 2016 folgende Aussagen: „Der größte Teil der Erdbevölkerung bezeichnet sich als gläubig. Diese Tatsache sollte zu einem Dialog zwischen den Religionen ermuntern. Wir dürfen nicht aufhören, dafür zu beten, und mit denen zusammenzuarbeiten, die anders denken. Viele denken anders, fühlen anders, sie suchen und finden Gott auf unterschiedliche Weise. In dieser Vielfalt, in dieser Auffächerung der Religionen gibt es eine einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten: wir sind alle Kinder Gottes. Ich baue auf euch, um mein Anliegen für diesen Monat zu verbreiten: ‚Dass der aufrichtige Dialog zwischen Männern und Frauen der verschiedenen Religionen Früchte des Friedens und der Gerechtigkeit hervorbringe.‘ Ich vertraue auf dein Gebet“ (Bergoglios Videobotschaft).

Und bei dem in Rom im Garten der berühmten Villa Borghese von der Fokolarbewegung veranstalteten „Earth Day“ (Tag der Erde) am 24. April 2016 überraschte er die Teilnehmer in seiner spontanen Rede: „Jetzt bekommt ihr eine Hausaufgabe von mir“, worauf er zunächst von „vergeben“ und „aufbauen“ sprach, um sodann seine Gedanken folgendermaßen abzuschließen: „Wie kann man es machen? Ganz einfach: mit dem Bewusstsein, daß wir alle etwas gemeinsam haben. Wir sind alle menschlich. Und in unserer Menschlichkeit können wir uns gegenseitig annähern, um gemeinsam zu handeln. … ‚Aber ich gehöre zu dieser Religion, oder zu jener anderen …’. Das ist nicht wichtig! Machen wir weiter, alle zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu respektieren, zu respektieren! Ich sehe dieses Wunder: Das Wunder einer Wüste, die zu einem Wald wird.“

Es ist sicherlich jedem Katholiken genügend bekannt, daß die Skandalliste der Konzils- und Nachkonzils-„Päpste“ inzwischen endlos scheint. Dennoch kommen die meisten Anhänger der Konzilssekte nicht mehr zur einzig möglichen Einsicht, welche schon durch die Gottesmutter in La Salette klar formuliert wurde. Die Große Botschaft von La Salette gibt uns den notwendigen und passenden Schlüssel zum Verständnis dieses unheimlichen, apokalyptischen Geschehens, dessen Zeitzeugen wir seit Jahrzehnten sind: „Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichrists werden.“

Im Gesamtbericht der Großen Botschaft steht dieser Satz nach der Erwähnung der Geburt des Antichristen, seiner Übernahme eines von der Hölle unterstützten Heeres und der Veränderung der Jahreszeit. Nachfolgend stehen die Sätze: „Die Dämonen der Luft werden mit dem Antichrist große Wunderdinge auf der Erde und in den Lüften wirken, und die Menschen werden immer schlechter werden. Gott wird für seine treuen Diener und die Menschen guten Willens sorgen. Das Evangelium wird überall gepredigt werden; alle Völker und alle Nationen werden Kenntnis von der Wahrheit haben.“

Man muß schon feststellen, der Satz ist sehr auffällig plaziert, so, als wäre er das zentrale Ereignis des endzeitlichen Geschehens. Und das ist ja auch der Fall. Erst dann, wenn Rom den Glauben verloren hat und somit der ganze Einflußbereich der hl. Kirche auf Staat und Gesellschaft eliminiert ist, kann der Antichrist seine Herrschaft aufbauen.

Es müßte heutzutage eine jedem wahren Katholiken offenbare Tatsache sein: Der antichristliche Kampf tobt und wird von Tag zu Tag immer noch heftiger. Die Bilder, welche Anna Katharina Emmerich über die Afterkirche gezeigt wurden, verwirklichen sich immer mehr: „Ich sah auch, wie sehr übel die Folgen von dieser Afterkirche sein würden. Ich sah sie wachsen, ich sah viele Ketzer aller Stände nach der Stadt [Rom] ziehen. Ich sah die Lauheit der dortigen Geistlichen wachsen, ich sah sich viel Dunkelheit dort mehr und mehr verbreiten. […] Ich sah in allen Orten die katholischen Gemeinden gedrückt, bedrängt, zusammengeschoben und eingeschlossen werden. Ich sah viele Kirchen aller Orten sperren. […] Ich hatte das Bild wieder, wie die Peterskirche planmäßig durch die geheime Sekte abgetragen und auch durch (geistige) Stürme abgebrochen werde.“ Aber die Seherin aus Dülmen sieht nicht nur das Wüten der Feinde, sie sieht auch die himmlische Hilfe, die der Trost der kleinen Herde in aller Drangsal ist: „Über der klein gewordenen Kirche sah ich eine herrliche Frau, bekleidet mit einem himmelblauen Mantel und einer Sternenkrone auf dem Haupte. Von ihr ging Licht aus und drang immer weiter in die trübe Finsternis. Wo dieses Licht hin drang, da wurde alles neu und blühend …”

Nehmen wir in diesem Rosenkranzmonat eifrig den hl. Rosenkranz zur Hand, um all die Gnaden von unserer himmlischen Mutter zu erbitten, die wir so notwendig brauchen, um treu bleiben zu dürfen.