Menschenmachwerkskirche

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Eine der treffendsten Benennungen der modernen, mit und nach dem Konzil entstandenen Religionsgemeinschaft ist die von Anna Katharina Emmerich geprägte Wortschöpfung: Menschenmachwerkskirche. In diesem Wort kommt das Wesen dieser Gemeinschaft ganz präzise zum Ausdruck, diese neue „Kirche“ stammt nicht mehr von Gott, sondern sie ist von Menschen gemacht, von Menschen erfunden und sodann erbaut worden. An sich ist dies, wenn man die Eigenart dieser Gemeinschaft nüchtern und sachlich bedenkt, eine evidente, d.h. eine leicht und spontan einzusehende Wahrheit.

Daß aber de facto, also in der Tat nur ganz wenige Katholiken zu dieser augenfälligen Einsicht fähig waren und auch heute immer noch sind, liegt vor allem daran, daß diese Menschenmachwerkskirche von den höchsten Stellen der kirchlichen Hierarchie mit Hilfe eines sog. Konzils aus der Taufe gehoben worden ist. „Ihr werdet eine Revolution in Tiara und Chormantel predigen, die mit dem Kreuz in der Hand und dem christlichen Banner marschiert, eine Revolution, die nur einer geringfügigen Anfachung bedarf, um alle vier Ecken der Welt in Brand zu stecken“, so heißt es in den Anweisungen der Alta Venta der Carbonari vom 3. April 1844. Vorher hatte der führende Kopf dieser Loge folgendes ausgeführt: „Um also sicher zu stellen, daß ein Papst, wie wir ihn wünschen, auf den Thron kommt, gilt es zunächst, ihm eine Generation heranzubilden, die der von uns erträumten Regierung würdig ist. Lassen wir die Greise und Menschen reifen Alters beiseite; geht unter die Jugend und, wenn möglich, bis ins Kindesalter hinab… Möge der Klerus unter eurer Standarte marschieren und dabei immer noch glauben, er marschiere unter dem Banner der apostolischen Schlüssel.“

Zeichnen wir nun, nachdem all das geschehen ist und sich alles genauso erfüllt hat, den Weg nach, damit wir zu einem tieferen Verständnis darüber gelangen, was diese neue Menschenmachwerkskirche ihrem Wesen nach sein will.

Der letzte große und antimodernistische Papst, der heilige Pius X., hatte noch einmal mit der ganzen Macht seines apostolischen Amtes versucht, den Modernismus zu enttarnen und die Modernisten aus der Kirche zu drängen. Aber er mußte schließlich einsehen, daß er dieses Ziel nicht mehr erreichen konnte. Am 1. September 1910 schrieb er: „Auch nachdem ihnen die Enzyklika ‚Pascendi‘ die Maske, hinter der sie sich verborgen, vom Gesicht gerissen hat, haben die Modernisten ihre Pläne, den Frieden der Kirche zu stören, nicht aufgegeben. Sie haben in der Tat nicht aufgehört, neue Anhänger zu werben und in einer geheimen Vereinigung zu sammeln.“ So wurde der Einfluß dieser geheim operierenden Modernisten naturnotwendig in den folgenden Jahrzehnten immer mächtiger, und das umso mehr, als die antimodernistischen Kräfte langsam in sich zusammenbrachen.

1. Angelo Giuseppe Roncalli alias Johannes XXIII. – Das neue Pfingsten.

Mit dem Tod Pius’ XII. endet die Geschichte der alten Kirche. Es hat seit der Gegenreformationszeit, der Aufklärung, dem immer stärker werdenden Rationalismus viele Kämpfe gegeben, dennoch blieb die Kirche mit ihrem unfehlbaren Lehramt der Fels in der Brandung der Geistesgeschichte. Mit dem Tod des hl. Pius X. erlosch der aktive Kampf gegen den modernen Geist. Schon in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde offenbar, die in die Kirche eingedrungenen Modernisten können immer weniger in Schach gehalten werden. Pius XII. hatte sich noch bemüht, sich dieses neuen, subversiven Geistes zu erwehren, der Erfolg seiner Bemühungen war jedoch äußerst bescheiden, wenn man überhaupt noch von Erfolg reden kann. Mit Pius XII., der der eigentliche Übergangspapst zur Menschenmachwerkskirche war, stirbt die alte Kirche. Sein Nachfolger Angelo Guiseppe Roncalli brachte die Lawine ins Rollen, die den größten Teil der Kirchenstrukturen und des Kirchenvolkes hinwegfegen würde: „Er wird vieles ändern, nach ihm wird die Kirche nicht mehr dieselbe sein“, so urteilte Abbé Mouraux. Er weiß, es ist soweit, deshalb beginnt er „eine Revolution, die nur einer geringfügigen Anfachung bedarf, um alle vier Ecken der Welt in Brand zu stecken.“

Schon kurz nach seinem Amtsantritt „prophezeite bekanntlich Roncalli mit Berufung auf angebliche Eingebungen des Hl. Geistes ein ‘neues Pfingsten’, das sich auf diesem ‘Konzil’ bzw. durch dasselbe ereignen werde. Indessen stand diese Aussage in einem absoluten Widerspruch zur göttlichen Offenbarung, so daß einem jeden, der auch nur etwas von Theologie, von der wissenschaftlichen Lehre von Gott, verstand, sofort klar war, daß dieser ‘Oberhirte’ unter einer typischen ‘inspiratio daemonica‘ (= einer teuflischen Eingebung) stand, die weit über eine satanische Versuchung hinausgeht und im übrigen niemals ohne eigenes Verschulden möglich wird und ist. Auch darüber hätte man sich belehren lassen können, insbesondere von dem hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz, dem geistlichen Lehrer der hl. Theresia von Avila, um dann daraus die nötigen Konsequenzen zu ziehen, auch für sein praktisches Verhalten als getaufter und gefirmter katholischer Christ, anstatt dem ‘Geist des Konzils’ auf den Leim zu gehen.“

Wem dieses Urteil von Prof. Dr. Wendland zu hart erscheint, dem sei noch eine ergänzende Information gegeben, die das Geschehene noch zweifelhafter erscheinen läßt. Es ist allgemein bekannt geworden und von den zuständigen vatikanischen Kreisen niemals dementiert worden, daß Roncalli vor seiner Wahl, als er Nuntius in Paris war, von gewissen Kreisen einen Brief erhielt, in dem ihm der Stuhl Petri nur unter der Bedingung angeboten worden ist, daß er bereit sei, ein Konzil einzuberufen. So kann seine Behauptung, die Einberufung des Konzils entstamme einer himmlischen Eingebung, entweder nur als Lüge oder als Wahnvorstellung, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, interpretiert werden. Eine himmlische Eingebung war es, wie Prof. Wendland geschrieben hat, ganz sicher nicht.

Aber selbst wenn man das zugeben würde, so wäre die Tatsache, daß ein „Papst“ bei einer so wichtigen Angelegenheit wie der Einberufung eines Konzils sich auf eine himmlische Eingebung beruft, sicher allein schon ein Kuriosum ersten Ranges – und das noch in einer Zeit, in der man schon ganz und gar vom Skeptizismus angefressen war – wobei sich zudem seltsamer oder auch auffallender Weise die Weltpresse in keiner Weise über diese Äußerung Roncallis lustig machte. Es sei hier zum Vergleich ein anderes Beispiel aus der Kirchengeschichte angeführt: Wie lange hat die Kirche nach den Offenbarungen unseres Herrn Jesus Christus an die hl. Juliana von Lüttich diese geprüft und erwogen, ob alles mit dem Glauben, also der Tradition der hl. Kirche, im Einklang steht und auf welch beeindruckendem theologischen Fundament hat sodann der hl. Thomas von Aquin die Texte des hl. Offiziums und der Messe vom Fronleichnamsfest gedichtet!

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