Aufgrund der Modernismuskrise hat sich eine Gruppe von Gläubigen gebildet, die entgegen den modernistischen Neuerungen am „alten“ Glauben, an der sog. Tradition festhalten wollten. Je nach Verhältnis zum modernistischen Rom hat sich diese Gruppe im Laufe der Zeit aufgespalten und jede Gruppe hat allmählich ihr eigenes Traditionsverständnis formuliert. Welche Berechtigung haben diese Gruppen und welche Gefahren für den katholischen Glauben birgt diese Entwicklung in sich?

Wahrnehmungsstörungen

Dem einen oder anderen wird es wohl zuweilen oder womöglich auch schon öfter aufgefallen sein, daß seine Zeitgenossen offensichtlich an Wahrnehmungsstörungen leiden, also gewisse Sachverhalte, Tatsachen nicht wahrnehmen wollen, obwohl diese, wie die Sprache sich griffig ausdrückt, direkt vor der Nase liegen. Obwohl dem so ist, obwohl die Sache direkt vor der Nase liegt, will man sie nicht sehen oder wenigstens nicht so sehen, wie sie wirklich ist – und mit der Zeit sieht man sie auch wirklich nicht mehr.

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Alt- versus Neo-Lefebvristen

1. Die Herren „Dominikaner“ aus Avrillé im Tradiland, die wir bereits als profunde Theologen und wackere Streiter wider die „Sedisvakantisten“ kennengelernt haben (vgl. Seliger Irrtum), beschäftigen sich in ihrer jüngsten Nummer von „Le Sel de la Terre“ (Nr. 93, Sommer 2015) mit den verschiedenen Notionen von „Konziliare Kirche“.

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Jahr der Barmherzigkeit

1. Bergoglio hatte wieder einmal einen Geistesblitz, und da solche für ihn stets gleichbedeutend sind mit göttlichen Eingebungen, machte er sich sogleich daran, ein außerordentliches „Heiliges Jahr“ der „Barmherzigkeit“ anzukündigen. „Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 11. April, Vigil des zweiten Sonntags der Osterzeit oder Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit, im Jahr des Herrn 2015, im dritten Jahr meines Pontifikats“ veröffentlichte Bergoglio seine zugehörige „Bulle“ mit dem Titel „Misericordiae Vultus“, ein – wie von der „Konziliaren Kirche“ allgemein und vom

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