Der Modernismus war und ist zunächst keine Krise des einfachen Kirchenvolkes, sondern der kirchlichen Intelligenz und damit der Führung. Daß der Modernismus schließlich – spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil – auch die Spitze der Kirche erreicht und vereinnahmt hat, ist ganz einfach eine Tatsache, die nur diejenigen nicht wahrhaben wollen, die den Modernismus niemals wirklich verstanden haben. Daß es deswegen Katholiken gibt, die zu der Ansicht kommen, ein Papst, der Modernist ist und damit der Zerstörung des Glaubens und der Kirche vorsteht, kann kein gültiger Papst sein, das ist durchaus verständlich.

Sedisphobe Argumente

In Kreisen der “Tradition” grassiert in den letzten Jahren zunehmend die “Sedisphobie”, d.h. die geradezu panische und oft beinahe krankhafte Angst vor dem “Sedisvakantismus”. Diese beruht zum nicht geringen Teil wohl darauf, daß man im Grunde keine Argumente dagegen hat. Sehen wir daher hier einige jüngst aus “Traditionalisten”-Kreisen wieder gegen die “Sedisvakantisten” vorgebrachte Gründe und unsere Antworten darauf.

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Schlage den Hirten…

1. Als vor gut 50 Jahren das große Unglück geschah, daß Gott der Herr Seine Kirche zur Strafe für die Sünden ihrer Glieder, vor allem ihrer Priester, Ordensleute und Häupter, in die Hände Seiner Feinde überlieferte, und jene große Verfinsterung sich ausbreitete, die wir heute so sehr beklagen müssen, trat neben vielen anderen Übeln auch jenes ein, das in besonderer Weise für diese Zeit kennzeichnend ist: Die bislang bestehende Einheit, eines der wesentlichen Kennzeichen der heiligen katholischen Kirche, schien sich

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