Die Kirche ist die Lehrmeisterin der Welt. Sie hat den göttlichen Auftrag, den Völkern die göttliche Wahrheit unfehlbar zu verkünden und gegen alle Irrtümer zu verteidigen. Dies macht sie nicht nur hier und da, sondern täglich in ihrer ordentlichen Lehrverkündigung. Dieses lebendige, tägliche Lehramt ist die nächste Norm unseres katholischen Glaubens. Durch die Modernismuskrise haben fast alle Gläubigen ein gestörtes, verkürztes oder verfälschtes Verhältnis zum lebendigen Lehramt. Damit der heutige Katholik nicht in denselben Fehler fällt, den die Modernisten bereits in den 20er, 30er und 40er Jahren des vergangen Jahrhunderts machten, soll die Theologie des Kirchlichen Lehramts hier besonders behandelt werden.

Drohende Unfehlbarkeit

1. Gleichsam wie die Blumen im Frühling sprießen derzeit die Stilblüten und Kuriositäten hervor, mit welchen die Herren Abbés von der „Piusbruderschaft“ bemüht sind, sich auf die bevorstehenden „Heiligsprechungen“ zweier Konzilspäpste, unter ihnen vor allem der in „Traditionalisten“-Kreisen nicht eben beliebte Karol Wojtyla alias Johannes Paul II., einzustellen.

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Vom Lehramt zum Leeramt

Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck bestimmte fast dreißig Jahre die Geschicke seines Landes. Mehr als vierzig Jahre war er der wichtigste Politiker Berlins. Mit 35 Jahren ernannte ihn der König zum preußischen Gesandten am Deutschen Bundestag und mit 47 Jahren wurde er Ministerpräsident.

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