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17. Juni 2018  -  Geistliches Leben, Modernisten (Postmodernisten)

Nachgedanken zum Fronleichnamsfest

Jahr für Jahr könnte es wieder für jeden sichtbar werden, der noch Augen hat zu sehen, daß die Institutionen der Kirche fremdbesetzt sind, wobei die Fremdbesetzer das Ziel haben, den wahren, übernatürlichen Glauben nicht nur einfach zu zerstören, sondern auszulöschen – und das, ohne daß das Kirchenvolk es wahrnimmt. Das Fronleichnamsfest veranschaulicht jeweils überdeutlich diese Tatsache, dennoch wacht niemand mehr aus dem Kirchenvolk aus dem nachkonziliaren Albtraum auf. Vielmehr engagieren sich die wenigen sonntäglichen Kirchgänger besonders an diesem Tag, um – ja, warum eigentlich? Welchen Grund gibt es für einen solchen konzilskirchlichen Kirchgänger noch, sich für seine Menschenmachwerkskirche zu engagieren?

Fronleichnamsprozession und „Mahlfeier“

Es ist zu vermuten: für die meisten ist Fronleichnam einfach noch ein Stück Brauchtum, kirchliches Brauchtum sogar, das man nicht einfach auch noch aufgeben möchte, wo man doch schon so viel preisgegeben hat. Ein Mindestmaß an Identität braucht selbst der moderne Mensch in der modernen Gesellschaft. Da kann ein Fest wie Fronleichnam in einem Dorf oder auch selbst in einer Stadtgemeinde das Zusammengehörigkeitsgefühl wachrufen, wenn man zusammen Blumenteppiche gestaltet, Prozessionswege und Altäre schmückt, insofern es überhaupt noch mehrere Altäre geben sollte, denn das Fronleichnamsfest hat sich natürlich in Folge des in der Menschenmachwerkskirche herrschenden Modernismus gewandelt.

So dürfte eine solch konservative Sicht der Dinge wohl viel zu optimistisch sein, denn immerhin haben viele Pfarreien schon seit langem ihre Fronleichnamsprozession aufgeben müssen, weil einerseits nicht mehr genügend Helfer aufzutreiben waren, die noch bereit gewesen wären, die Altäre aufzustellen und zu schmücken, aber auch aus Mangel an Mahlvorstehern, wie man die Religionsdiener der Menschenmachwerkskirche wohl am treffendsten nennt. Wenn ein solcher Mahlvorsteher inzwischen im Schnitt für etwa fünf Gemeinden zuständig ist, dann muß natürlich auch die sonntägliche „Eucharistiefeier“ dementsprechend reduziert, bzw. zusammengelegt werden. Für einen wahren Katholiken, der jeden Sonntag regelmäßig 50 km und mehr zurücklegt, um am hl. Meßopfer teilnehmen zu können, ist das freilich kein besonders aufregender Gedanke, für einen nachkonziliaren Scheinkatholiken durchaus. Jedenfalls würde es selbst dann noch keine Platzprobleme in derjenigen Kirche, in welcher die Mahlfeier stattfindet, geben, wenn alle regelmäßigen Kirchgänger sich in einer Kirche des sog. Pfarrverbandes zusammenfinden würden.

Eines ist jedenfalls klar ersichtlich, für den jeweiligen Mahlvorsteher der Menschenmachwerkskirche stellt die Fronleichnamsprozession sowohl ein „liturgisches“ als auch ein „theologisches“ Problem und somit eine Herausforderung dar. Es ist für diesen nämlich gar nicht so einfach, die jeglicher Ehrfurcht entwöhnten „Gläubigen“ zu einer nur einigermaßen sinnvollen und würdigen Prozession zusammenzusammeln, eine Prozession, bei der man das „heilige Brot“ mit sich trägt, denn was soll man unterwegs eigentlich tun, wenn man gerade keine Mahlfeier hält? Wie soll man den Leuten erklärlich machen, warum sie hinter diesem Stück Oblate herlaufen sollen, das sie das ganze Jahr nur als gemeinsame Mahlspeise erlebt haben, wobei die Art der Speise doch zugegebenermaßen recht kümmerlich ist?

Da helfen auch die Brothostien der Modernisten nicht wirklich aus der Verlegenheit. Ein richtiges Mahl stellt man sich doch etwas umfangreicher und natürlich auch schmackhafter vor, was auch den einen oder anderen Mahlvorsteher schon zu außergewöhnlicheren Einfällen inspiriert hat. Mahlfeiern mit ganzen Brotlaiben etwa oder zuweilen mit Pommes frites und Cola anstatt Brot und Wein. Wobei man immer noch zugeben müßte, wenn man sich noch so viel Ehrlichkeit bewahrt hätte, daß das immer noch kein rechtes Mahl ist. Dazu braucht es doch mindestens einen Schweinsbraten oder Schnitzel und Salate und und und…

Die erzwungene Zerstörung jeglicher liturgischer Form

Noch eine Bemerkung ist hierzu angebracht: Es ist wohl kaum einer der liturgisch bewegten Kapläne, Pfarrer oder auch Bischöfe für solche Entgleisungen gerügt worden, wohingegen man jeden Priester, der es wagte, am katholischen Meßopfer festzuhalten, mit schwersten Strafen drohte und diese auch rigoros verhängte, wenn keine „Besserung“ eintrat. Darin zeigt sich jedem, der es sehen will, daß die Zerstörung des hl. Meßopfers und sogar jeder liturgischen Form gewollt war und immer noch ist. Die Grundlage für das systematische Zerstörungswerk war letztlich die Einführung der sog. Neuen Messe, die ihrem ganzen Wesen nach formlos ist und jeglicher katholischer Meßopfertheologie entbehrt bzw. dieser widerspricht.

Es ist sicherlich wert, diese Gedanken noch etwas auszufalten, ehe wir auf das katholische Fronleichnamsfest zu sprechen kommen. Wir wollen dies auf drei Ebenen tun, einmal auf der Ebene der Theorie, sodann auf der Ebene der Gemeinde und schließlich der Jugendpastoral.

Der „Tag der Liturgie“

Im Rahmen des Tages der Liturgie am 2. März 2012 in der Diözese Innsbruck hat Prof. Guido Fuchs einen Vortrag gehalten zum Thema „Fronleichnam – ein Fest in Bewegung“. Prof. Fuchs leitet das „Institut für Liturgie- und Alltagskultur“ in Hildesheim und er ist seit fast 30 Jahren Schriftleiter und Herausgeber der Gottesdiensthilfe „Liturgie konkret“, also ein Fachmann auf dem Gebiet modernistischer „Liturgie“.

Gleich am Anfang seines Vortrags macht der Liturgiewissenschaftler eine grundsätzliche Feststellung, daß sich nämlich in der Kirche in den letzten Jahrzehnten vieles verändert hat, wobei aber die äußeren Formen nicht immer mit der Veränderung Schritt gehalten haben. D.h. die Kirche erscheint immer noch konservativer als sie in Wirklichkeit ist – und das ganz besonders an Fronleichnam. Dieses Phänomen betrifft nach Prof. Fuchs viele Feste der Kirche: „Zu ihnen gehört zweifellos das Fronleichnamsfest, das nach außen vielfach immer noch so erscheint und begangen wird, wie es früher ‚üblich‘ war, obwohl viele Faktoren, die zur Entstehung und besonderen Feierform dieses Festes geführt hatten, seit geraumer Zeit entweder nicht mehr vorhanden sind oder aber sich stark verändert haben.“ Was hat sich aber, verborgen unter der traditionellen Oberfläche der Fronleichnamsprozession, „stark verändert“?

Der Verlust der Ehrfurcht

Zunächst ist die Ehrfurcht zu nennen: „Auch die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten, die in früheren Zeiten eher gegeben war, wenn alle sich beim Segen mit der Monstranz beugten oder niederknieten, ist heute nicht mehr so gegeben. Da kommt es immer wieder vor, dass Leute sich beim Aufstellen zur Prozession laut unterhalten, während der Priester daneben die Monstranz mit dem Allerheiligsten trägt, auch wenn entsprechende Hinweise gegeben wurden. Im vergangenen Jahr erlebte ich, dass eine junge Dame neben der Prozession in Badebekleidung aus dem Auto ausstieg und am Altar vorbei in ihre Wohnung ging und dass ein Mann unmittelbar neben dem Allerheiligsten seine Zigarette rauchte. Sie taten das, was für sie ganz normal ist. Nur ist es heute nicht mehr normal, wenn die Kirche bei einer solchen Prozession beansprucht, dass sich die Leute auf einmal in ihren Gewohnheiten umstellen, weil die Straße zum Gottesdienstraum deklariert wird.“

Daß die Neuheiden, die inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung bilden, keine Ehrfurcht mehr haben, das ist selbstverständlich und nicht der Rede wert. Aber die Ehrfurchtslosigkeit betrifft nicht nur die Neuheiden, sie gilt genauso für die Anhänger der Menschenmachwerkskirche. Auch diese haben großteils jegliche Ehrfurcht vor Gott und damit natürlich auch vor dem Allerheiligsten verloren. Eine sog. Neue Messe fällt doch gerade durch ihre Banalität und aufdringliche Gewöhnlichkeit auf, so daß jegliche Ehrfurcht im Keime erstickt wird. Keiner der Mahlfeierbesucher macht noch eine Kniebeuge oder auch nur irgendwelche Ehrfurchtsbezeigungen, wenn er die Kirche betritt. Der derzeitige Chef der Menschenmachwerkskirche ist darin das negative Vorbild schlechthin: Während er bei seiner Mahlfeier konsequent keinerlei Kniebeuge wegen angeblicher gesundheitlicher Schwierigkeiten macht, ist es ihm wunderbarerweise, muß man schon sagen, plötzlich möglich, sich vor einem protestantischen Religionsdiener niederzuknien, um von diesem den „Segen“ zu empfangen, oder vor muslimischen Damen, um diesen am Gründonnerstag die Füße zu waschen.

Die allgemeine Respektlosigkeit

Der Liturgiewissenschaftler kann auch aus eigener leidvoller Erfahrung einige Beispiele solcher Ehrfurchtslosigkeit in der Liturgie anführen: „So sind tatsächlich neben mangelnder Ehrfurcht und Abbrüchen eucharistischer Frömmigkeit auch schlimme Entgleisungen zu konstatieren. Etwa wenn mit Bezug auf die Hostie (wie von Kommunionkindern [!] gehört) von ‚Jesuscracker‘ oder ‚Fresspappe‘ gesprochen wird. Über das unangemessene Verhalten mancher Kommunikanten kann sicherlich jeder, der Kommunion austeilt, etwas beitragen: Das reicht vom Kaugummi-Kauen während des Anstehens zum Empfang über das In-die-Tasche-Stecken der Hostie oder das ‚Paddeln‘ mit der Hostie im konsekrierten Wein bei der Kelchkommunion bis zum mehrfachen Anstellen von Kindern oder Jugendlichen zur Kommunion, um herauszufinden, ‚ob der Priester was merkt‘. Doch der Mangel an Ehrfurcht vor dem Religiösen allgemein ist ein vielbeklagtes Phänomen unserer Zeit; er geht einher mit einem mangelnden Respekt vor Menschen und all dem, was ihnen heilig ist. Das zeigt sich in dieser Zusammengehörigkeit besonders in vielen Comedy-Shows, in denen religiöse Äußerungen karikiert und verächtlich gemacht werden. In diesem geistigen und geistlichen Umfeld ist nicht nur jede Erstkommunion ein Problem geworden; der Boden, in dem auch das Fronleichnamsfest wurzelt, scheint ausgedörrt.“

Es ist bezeichnend für einen Modernisten, daß er nach Aufzählung solch schlimmer Entgleisungen nicht die eigentliche Ursache derselben in den Blick bekommt. Prof. Fuchs erkennt zwar, unser Fronleichnamsfest paßt immer weniger in die neuheidnische Umwelt, aber es paßt genauso wenig in die neue Kirche, die doch keinen übernatürlichen Glauben mehr besitzt und vielmehr den Menschen und nicht Gott anbetet, denn seit der vatikanischen Revolution ist auf einmal der Weg der Kirche der Mensch. So stehen diese modernen ungläubigen „Katholiken“ recht ratlos vor der Hostie, mit der sie nichts mehr anzufangen wissen.

Zum Ursprung des Fronleichnamsfestes

Den wesentlichen Unterschied zwischen dem Fronleichnamsfest der Menschenmachwerkskirche und dem der katholischen Kirche spricht Prof. Fuchs ganz kurz und prägnant an, nämlich in Punkt 2: „Abbrüche und Diskrepanzen“: „Dazu zählt etwa die zum Fest gehörige jahrhundertealte konfessionelle Abgrenzung, Auseinandersetzung und Polemik. Schon in der Bulle Papst Urbans IV. zur Einführung dieses Festes im Jahr 1264 wurde als Motiv für die Feier auch der siegreiche Kampf gegen eucharistische Häresien des Mittelalters genannt. Vor allem in der Zeit nach der Reformation wurde Fronleichnam zum Fest der Abgrenzung gegenüber der reformatorischen Lehre und damit – im Verständnis vieler bis heute – zum katholischen Fest schlechthin und zur Demonstration katholischer Rechtgläubigkeit. Die ‚veritas‘, die Wahrheit und Wirklichkeit der Gegenwart Christi, sollte den Zweiflern und Leugnern, den Lügnern und Häretikern als Glaubenswahrheit und -wirklichkeit im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen gestellt werden. Hinsichtlich der Sakramentsverehrung im Zusammenhang des Fronleichnamsfestes heißt es im Dekret über die Eucharistie auf dem Konzil von Trient von 1551: ‚Die Gegner sollten angesichts solcher Prachtentfaltung und überzeugender Glaubensfreude der Kirche entweder geschwächt, gebrochen und erschüttert werden oder sich beschämt und verwirrt bekehren.‘ Davon ist heute – gottlob – keine Rede mehr. Damit entbehrt aber auch die triumphale Prozession einer gewissen Grundlage.“

Wie Professor Fuchs ausführt, geht es beim modernen Fronleichnamsfest nicht mehr um den übernatürlichen göttlichen Glauben, den man schon lange nicht mehr kennt und hat und versteht. Deshalb erscheint ihm auch eine Polemik gegen die Zweifler und Leugner, die Lügner und Häretiker im Zeitalter der Ökumene als nicht mehr angebracht. Das Bekenntnis eines solchen tiefen und ernstgenommenen Glaubens ist jetzt auf einmal triumphal und nicht mehr selbstverständlich – „Davon ist heute – gottlob – keine Rede mehr“.

Der „neue Sinn“ der Fronleichnamsprozession „als Darstellung des pilgernden Gottesvolkes“

Was bleibt aber vom Fest Fronleichnam noch übrig, wenn man das Wesentliche, nämlich das ganz klare, ernsthafte Bekenntnis zum Wunder der Gegenwart Jesu Christi mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit in der hl. Hostie als überwunden hinstellt? Nun, es bleibt nichts mehr übrig als unverstandenes Brauchtum und Folklore. Wenn man das Fronleichnamsfest nicht einfach abschaffen will, was das Ehrlichste wäre, denn kann man es nur umfunktionieren, wie Prof. Fuchs auch folgerichtig ausführt: „Das hat in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zu Veränderungen der Theologie des Fronleichnamsfestes geführt. Das betrifft gerade die Bedeutung der Prozession als ein Unterwegssein mit Christus. Das Bild der ‚pilgernden Kirche‘, nicht zuletzt durch das II. Vatikanische Konzil wieder ins Bewusstsein gehoben, findet hier seinen vollendeten Ausdruck. Auf der Suche nach einem ‚neuen Sinn‘ der Fronleichnamsprozession wurde und wird daher auch immer wieder auf diese Bedeutung verwiesen; so etwa François Reckinger: ‚Das rituelle Einherschreiten der Gemeinde mit dem im Zeichen des Brotes real gegenwärtigen Herrn sollte dabei als Darstellung des pilgernden Gottesvolkes verstanden werden, das aus dieser Welt mit Christus zum Vater hinübergeht und die Kraft immer neu aus der Eucharistiefeier schöpft.‘“

Es ist schon äußerst merkwürdig, die Gemeinde der Menschenmachwerkskirche schreitet nicht mehr neben „dem im Zeichen des Brotes real gegenwärtigen Herrn“ einher, um Ihm Loblieder zu singen, sich im Glauben über Seine Gegenwart zu freuen und Ihm immer wieder anzubeten und sich und die ganze Schöpfung von Ihm segnen zu lassen, sondern um das pilgernde Gottesvolk darzustellen. Auf so einen Unsinn kann man nur gestützt auf das sog. Vatikanum 2 kommen. Keinem Katholiken wäre so etwas jemals eingefallen.

Protestantische Elemente in der Fronleichnamsprozession

Da jedoch dieser Unsinn für den modernen sinnengebundenen Menschen doch etwas zu theoretisch und abstrakt ist, muß man auch noch andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen, das Fronleichnamsfest mit einer neuen Bedeutung zu füllen: „Dieses neue Bewusstsein eines alten Verständnisses hatte auch Auswirkungen auf die Feier des Fronleichnamsfestes. In Ausweitung des alten Festgedankens wurde und wird seither in manchen Gemeinden – nach meiner Umfrage, die ich im Jahr 2002 über die Zeitschrift ‚Liturgie konkret‘ gemacht habe, in etwa 25% – auch das Evangeliar, eventuell sogar unter dem ‚Himmel‘, mitgetragen; und das nicht, weil daraus die Evangelienabschnitte an den Stationen gelesen werden, sondern als Zeichen der Gegenwart Christi in seinem Wort.“

Die „dynamische Präsenz Christi“

Ist denn die reale, also wirkliche sakramentale Gegenwart Jesu Christi in der hl. Hostie nicht mehr genügend, so daß dieser eine zweite, rein geistige Gegenwart zur Seite gestellt werden muß? Auch Prof. Fuchs ahnt diesen Einwand und meint darauf erwidern zu können: „Natürlich, so kann man sofort einwenden, ist das Mittragen des Evangeliars nicht nur eine Ausweitung und Veränderung des ursprünglichen Festgedankens, sondern auch eine Relativierung des eucharistischen Bekenntnisses. Könnte man aber nicht auch umgekehrt fragen, ob die Konzentrierung auf die eucharistische Gegenwart in der Gestalt der Hostie eine Verengung dieser Vorstellung der dynamischen Präsenz Christi darstellt?“

Da staunt der Laie und wundert sich der Fachmann! Mit solchen Tricks wird aus dem heiligen Glauben ein bloßes Jonglieren mit leeren Begriffshüllen. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da führt „die Konzentrierung auf die eucharistische Gegenwart in der Gestalt der Hostie“ zu einer „Verengung der Vorstellung der dynamischen Präsenz Christi“. Es zeigt sich wieder einmal, daß die Modernisten mit dem realen Gott, dem wirklichen Gott nichts mehr anzufangen wissen. Ihnen ist darum eine irgendwie geistig geartete Gegenwart, die man umso weniger ernst nehmen muß, je geistiger sie ist, viel lieber.

Aber kommen wir nochmals zum mitgetragenen Evangelienbuch zurück. Der eigentliche Grund dafür ist natürlich nicht die dynamische Präsenz Christi, sondern die Ökumene. Wenn schon die Protestanten, die sich evtl. überreden lassen, bei einer Fronleichnamsprozession mitzugehen, nichts mit der Hostie anfangen können, so doch wenigstens mit dem Evangelienbuch. Dementsprechend erklärt Prof. Fuchs: „Wie es aus den Antworten auf die Umfrage anklang, wird das Mittragen des Evangeliars auch als ein ökumenisches Zeichen gewertet, wobei es dann eventuell vom evangelischen Geistlichen getragen wird.“

Ein wirklich sinniger Vorschlag, der im Grunde ganz klar die immer noch bestehenden ökumenischen Schwierigkeiten beim Fronleichnamsfest aufzeigt, der „katholische“ Pfarrer mit der Monstranz neben dem evangelischen Geistlichen mit dem Evangelienbuch gemeinsam unter dem „Himmel“ einherschreitend. Prof. Fuchs muß sodann doch zugeben, daß eine ökumenische Fronleichnamsprozession „sicherlich noch die große Ausnahme darstellt“. Aber seit dem sog. Konzil hat sich diesbezüglich natürlich viel getan.

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