Zum Rosenkranzfest

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Des weiteren erinnert der Papst an die Seeschlacht von Lepanto im 16. Jahrhundert, als „eine Invasion der Türken fast ganz Europa mit Barbarei bedrohte und sie diesen Erdteil unter das Joch ihres falschen Glaubens zwingen wollten“, die christliche Flotte jedoch gegen die sie bedrängenden Türken einen „glänzenden Sieg“ errang. Dieser Sieg wurde durch das Rosenkranzgebet erlangt, zu dem der heilige Pius V. damals die Christenheit aufgerufen hatte. „Das Gebet fand Erhörung und unsere Herrin kam zu Hilfe“. Dem Andenken daran verdanken wir die Einführung des Rosenkranzfestes. „Auf ähnliche Weise“, so fährt Papst Leo fort, „kamen im vorigen Jahrhundert die beiden Türkensiege Temesvar in Ungarn und bei der Insel Korfu zustande; wieder waren es Marienfeste, denen fromme Rosenkranzgebete vorausgegangen waren.“ Was wäre also auch heute das einzig wirksame Mittel gegen die neue so bedrohliche Gefahr, die sich überall und auf allen Ebenen erhebenden und zusammenscharenden Feinde Christi und Seiner Kirche?

„Da nun die seligste Jungfrau gerade an dieser heiligen Gebetsübung ein besonderes Gefallen zu haben scheint und da sie ihre Eignung zur Verteidigung der Kirche und der Christenheit und zur Erlangung von Gnaden für das private und öffentliche Leben bewiesen hat, so ist es nicht verwunderlich, wenn auch andere Vorgänger von Uns das Rosenkranzgebet mit Lobsprüchen überhäuften und die Andacht zu verbreiten trachteten.“ Genannt werden Urban IV., Sixtus IV., Leo X., der heilige Pius V. und Gregor XIII. „Solche Erwägungen zusammen mit dem Beispiel Unserer Vorgänger leiten auch Uns, wenn Wir nun auch für diese unsere Gegenwart jene feierliche Andacht für zeitgemäß halten, auf daß auch wir durch die Anrufung der erhabenen Jungfrau im Rosenkranzgebet eine ähnliche Hilfe in unseren Nöten von Christus, ihrem Sohne erlangen.“

Leo XIII. spricht im weiteren von den „täglichen, schweren Kämpfen und Leiden der Kirche“. „Welch großen Gefahren ist nicht täglich ausgesetzt die christliche Frömmigkeit, öffentlicher Anstand und Moral, ja der Glaube selbst, die Krone und Grundlage aller übrigen Tugenden!“ Was würde der Papst erst heute sagen? Wie schlimm und beklagenswert ist „die Tatsache, daß soviele durch Christi Blut erkaufte Seelen vom Strudel des unseligen Zeitgeistes gepackt werden, immer mehr dem Bösen verfallen und sich in das ewige Verderben stürzen“, und das heute sogar noch mit Zustimmung und Förderung durch die „konziliare Kirche“!

„Darum bedarf es heute ebenso der Hilfe von oben wie in den Zeiten des heiligen Dominikus, als dieser große Heilige sich daran machte, die Schäden und Wunden der Zeit durch den Rosenkranz zu heilen. Er erkannte durch göttliche Erleuchtung, daß es für die Übel seiner Zeit kein wirksameres Heilmittel gäbe als die Rückkehr der Menschen zu Christus, der nun einmal ‘Weg, Wahrheit und Leben’ ist; er erkannte, daß diese Rückkehr sich vollziehe einmal in der betrachtenden Versenkung in die Geheimnisse des Heils, das er uns gebracht hat, und in der Zuflucht zu Maria, unserer Fürsprecherin bei Gott, der es gegeben ist, alle Irrlehren zu überwinden. Deswegen hat der Heilige das Rosenkranzgebet so geformt, daß man die Heilsgeheimnisse der Reihe nach durchdenkt und diese Betrachtungen zu einem mystischen Kranz flicht, der aus dem Gruß des Engels und dem Gebet zu Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus besteht. Da unsere Notlage nun der damaligen gleicht und wir ihr durch das gleiche Heilmittel zu steuern suchen, so zweifeln Wir nicht, daß dieses Gebet die Nöte auch unserer Zeit beheben wird genau so wie damals, als es der Heilige zu großem Segen für die katholische Welt eingeführt hat.“

Diese Hoffnung teilen auch wir. „Deswegen richten Wir die dringende Mahnung an alle Christen, sie möchten öffentlich oder privat zuhause in der Familie das Rosenkranzgebet eifrig verrichten und es zu einer ständigen Gewohnheit werden lassen.“ Nehmen wir uns diese Mahnung des obersten Hirten zu Herzen.

„Darüber hinaus aber ist es Unser Wille, daß der ganze Monat Oktober der himmlischen Königin vom Rosenkranz gewidmet sei.“ Darum sollen täglich in den Kirchen „wenigstens fünf Gesetze des Rosenkranzes mit der Lauretanischen Litanei andächtig gebetet werden“. „Die himmlische Schutzfrau unseres menschlichen Geschlechtes aber wird unser einmütiges und einstimmiges Gebet gern entgegennehmen und ihm Erhörung schenken, auf daß die Guten noch vollkommener werden an Tugend, daß die in die Irre Gegangenen sich wieder dem Weg des Heils zuwenden und sich bekehren, und vor allem, daß Gott, der alles Böse straft, sich gnädig und barmherzig erweise, alle Gefahren von Christenheit und öffentlicher Gesellschaft fernhalte und uns den heiß ersehnten Frieden wieder schenke.“

Es klingt wie ein Echo dieser Worte des Papstes, wenn die allerseligste Jungfrau selbst bei ihren Erscheinungen in Fatima vor nunmehr bald 100 Jahren eben dasselbe sagt und uns den Rosenkranz als wichtigstes Heilmittel dringend empfiehlt mit ihrer Aufforderung: „Betet täglich den Rosenkranz“ – und möglichst nicht nur im Monat Oktober.

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