Auf dem Weg zur Welteinheitskirche

image_pdfimage_print

Swing erklärt in dem Buch „Die bevorstehende Vereinigung aller Religionen“ (der Originaltitel „The Coming United Religions“ erinnert an „United Nations“), daß mit Hilfe einer Art Parlament der Religionen der Weltfrieden erreicht werden soll. Diese Einrichtung soll nach dem Vorbild der Vereinigten Nationen eine ständig tagende Versammlung der Oberhäupter verschiedener Religionen sein, welche auf die Bedürfnisse der Menschen und die globalen Herausforderungen achten. „Die Welt ist gerade dabei, nach den Begriffen der globalen Ökonomie, der weltumspannenden Medien und des universellen ökologischen Systems auf eine Einheit hinzustreben. Was noch fehlt ist die globale Seele“, meinte Swing in einer Predigt, in der er die Bedeutung der neuen Organisation umriß.

Im Jahre 1996 blieb nach einem Besuch von Johannes Paul II. ein Treffen von Swing mit Kardinal Arinze, dem damaligen Vorsitzenden des interreligiösen Dialogs, zunächst ohne Ergebnis. Auch Erzbischof Michael Fitzgerald lehnte die Einladung ab, an einer Konferenz der neuen Organisation teilzunehmen. Dagegen äußerten sich sehr positive Stimmen von Seiten des Weltkirchenrates in Genf (W.C.C.), auch der Erzbischofs von Canterbury und Sir Sigmund Sternberg, den Swing im selben Jahr traf, setzten sich für das Werk ein.

Gleichermaßen befürworteten die Vereinigung aller Religionen unter anderen: der Kardinal Evaristo Arns, der Leiter des Jesuitenkollegs von San Francisco, Pater John Lo Schiavo, die Theologen Paul Knitter und Hans Küng und selbstverständlich Pater Louis Dolan und Schwester Joan Kirby, alle beide Vertreter des „Tempels der Vernunft“ von New York, dem bekanntlich die Verwaltung der Meditationskapelle im Glaspalast anvertraut ist.

Die Tagungen der „Initiative zur Vereinigung aller Religionen“ (U.R.I.) breiteten sich schnell auf allen Kontinenten aus. Teilnehmer sind Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, Anhänger von Baha’i, Hinduisten, Sikhs, Schüler des Zarathustra, Jünger des „Neuen Zeitalters“ (New Age) und der Wicca (einer neuheidnischen Bewegung mit Hexerei-Praktiken) usw. Im Verlauf der vom 23. bis 27. Juni 1997 in der kalifornischen Stanford Universität abgehaltenen Versammlung nahm die „Initiative zur Vereinigung aller Religionen“ in Gegenwart von 200 Delegierten den Status einer permanent tagenden Institution an und gab sich den Namen „Welteinheitskirche“ (The One-World-Church).

Mit folgenden Worten hatte Muller die Notwendigkeit, daß eine Initiative alle Religionen vereinen sollte, hervorgehoben und betont: „Die Vereinten Nationen sind der Anfang des Gehirns der Menschheit (…). Wir benötigen aber auch eine globale Seele, d.h. ein gemeinsames Gewissen und die enge Vereinigung mit dem ganzen Universum und dem Verlauf der Zeiten“; dann fügte er noch hinzu: „Unsere höchsten Interessen enthalten die Vergöttlichung (Apotheose) des Menschengeschlechtes (…); schließlich haben die Hauptreligionen alle das gleiche Ziel“.

Parallelorganisationen zu den „Vereinigten Religionen“

Das Unterfangen, eine den Planeten umfassende Organisation für die Idee der einen Religion und die Grundsätze einer weltumspannenden Ethik zu verbreiten, ist hauptsächlich das Werk von drei Organisationen, nämlich der „Initiative zur Vereinigung aller Religionen“, der Gorbatschow-Stiftung und der katholischen Organisation der „Weltkonferenz für Religion und Frieden“ (W.C.R.P. = World Conference of Religion and Peace).

Die im Jahre 1995 gegründete Stiftung von M. Gorbatschow versammelt jedes Jahr in San Francisco eine Auswahl von berühmten Personen, steinreichen Persönlichkeiten, Aktivisten und geistlichen Gurus, wie etwa das Medium Barbara Marx Hubbard, die Witwe des Gründers der Scientologie-Church L. Ron Hubbard, oder Spitzenpersönlichkeiten des theosophischen Denkens von der New-Age-Bewegung bei der UNO wie Robert Müller, Frederico Mayor, der ehemalige Präsident der UNESCO, oder der Direktor der CNN, der 1938 geborene Magnat Ted Turner, Freimaurer, Gründer und Pate der 1986 erfundenen „Spiele des guten Willens“, Bill Gates, Matthew Fox von der U.R.I., George Schnitz von den Pilgrims und Lucis Trust und viele andere Politiker von Format. Der Konzern Lucis Trust wurde 1922 von Alice A. Bailey und deren Ehemann Foster Bailey – nachdem sie die Theosophische Gesellschaft verlassen hatten – in New York gegründet unter der ursprünglichen Bezeichnung Lucifer Publishing Company und ein Jahr danach umbenannt in Lucis Publishing Company. 1924 nahm das Unternehmen den Namen Lucis Trust an.

Alle verkünden einstimmig das „Neue Zeitalter“ (New Age). In den Dokumenten der Kongresse des sogenannten Welt Forums finden wir unter den angestrebten Zielen auch die Absicht, „eine ökumenische, ökologische Theologie zu schaffen, welche auf die Erneuerung des Umweltschutzes abzielt. Deswegen erhalten auch die Religionen die Aufgabe, Themen zur Sexualität, Empfängnisverhütung, Abtreibung und Familienplanung zu behandeln, um eine Kontrolle über die Bevölkerungszahl auszuüben.“

Die 1997 stattgefundene Sitzung des sog. World Forums stellte der Öffentlichkeit die „Initiative für die Vereinigung aller Religionen“ vor und verkündete zugleich die globale Ethik, welche im August 1993 durch ihren Hauptvertreter, den Theologen Hans Küng, in Form einer Deklaration dem Religionsparlament zu Chicago dargelegt wurde („Auf dem Weg zu einer globalen Ethik“ – „Towards a Global Ethic“). Das Parlament der Religionen hat diese Ethik verkündet, während die Organisationen wie die U.R.I. und das World Forum sie unter die Leute bringen sollen.
Eine Symbolgestalt des „Neuen Zeitalters“ (New Age), Michail Gorbatschow, unterstützte diese Ethik schon 1987, also zwei Jahre nach dem Beginn der von ihm verkündeten Perestroika (Umstrukturierung), mit folgenden Worten: „Eine Unterbrechung des Kampfes gegen die Religion darf es nicht geben, denn solange die Religion existiert, kann der Kommunismus sich nicht durchsetzen. Wir müssen die Beseitigung aller Religionen intensiv beschleunigen“.

Die Weltkonferenz für Religion und Frieden (World Conference on Religion and Peace = W.C.R.P.)

In der Enzyklika „Ut unum sint“ von Johannes Paul II. heißt es: „Mit dem II. Vatikanischen Konzil hat sich die katholische Kirche unumkehrbar dazu verpflichtet, den Weg der Suche nach der Ökumene einzuschlagen und damit auf den Geist des Herrn zu hören, der uns lehrt, aufmerksam die »Zeichen der Zeit« zu lesen.“ Es wundert einen nach solch ungewöhnlichen Worten aus Rom nicht mehr, wenn die katholischen Bischöfe die »Zeichen der Zeit« ganz im Sinne des Vatikanums II gelesen und der allgemeinen ökumenischen Entwicklung in der Welt dadurch Rechnung getragen haben, daß sie im Jahre 1970 nach neunjähriger Vorbereitung die „Weltkonferenz für Religion und Frieden“ (World Conference on Religion and Peace = W.C.R.P.) gegründet haben. Ihr erster Vorsitzender war der Erzbischof von New-Dehli, Angelo Fernandes. Bei der UNO akkreditiert und vom Papst unterstützt, ist diese Konferenz inzwischen in mehr als hundert Ländern präsent, um die Mitarbeit der Religionen für den Frieden zu fördern, wobei die gegenseitigen Unterschiede zu achten sind.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.