Auf dem Weg zur Welteinheitskirche

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Die zugrundeliegende Idee, eine internationale Autorität zu schaffen, welche die Aufgabe hat, alle Religionen der Welt zu vereinen, geht auf Sir Sigmund Sternberg, den Direktor des Internationalen Rates für Christen und Juden (I.C.C.J), und Robert Muller, den bekannten Repräsentanten der „New-Age-Bewegung“ (Bewegung für ein Neues Zeitalter) bei der UNO zurück. Die I.C.C.J. genannte, 1946 gegründete Organisation vereinigt 28 nationale jüdisch-christliche Organisationen in der Welt zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus und Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit). Seit dem Jahre 2000 leitet der Rabbiner David Rosen die I.C.C.J. Er ist ebenfalls Präsident der Liga gegen die Verleumdung der B’nai B’rith Loge (Anti Defamation League -A.D.L.). Ehrenvorsitzende der I.C.C.J. sind der Erzbischof von Canterbury, Donald Coggan (1910-2000), Kardinal Martini und Richard von Weizsäcker, ebenfalls Mitglied der Fabiangesellschaft (Fabian Society). Den Sitz der J.C.C..I. verlegte man von London nach Heppenheim in Deutschland ins Martin-Buber Haus (der Philosoph Martin Buber (1878-1965) gilt als eine sehr hoch stehende Persönlichkeit der Judentums; er gehörte der kabbalistischen Sekte der Chassidim an. Diese Strömung jüdischer Mystik ist ein Gegenpol zum talmudischen Rationalismus, aus dem Freud seine Ideen schöpfte, um die Psychoanalyse zu schaffen).

Der im Jahre 1921 geborene Sir Sternberg ist ungarischer Herkunft und Mitglied der R.U.A. und der Fabian Society, in welcher er den Ausschuß für Wirtschaft und Industrie leitete. Im Jahre 1968 gründete er die „Sternberg-Wohltätigkeits-Stiftung“ (Sternberg Charitable Foundation) zur Förderung der interreligiösen Beziehungen. Diese Stiftung finanziert und unterhält gegenwärtig die wichtigste jüdische Kultureinrichtung Europas, das „Sternberg Zentrum für Judaistik in Finchley“ (Sternberg Centre for Judaism of Finchley; London) und das größte rabbinische Seminar von Europa, das Leo Baeck College.

Sternberg gehörte zudem zu den Organisatoren, welche das erste Treffen zwischen Johannes Paul II. und der Synagoge vorbereiteten. Sodann setzte sich Sternberg dafür ein, daß der Vatikan den Staat Israel anerkannte, was dann auch in den Jahren 1993/94 geschah. Die Bedeutung des Impulses, den Sternberg den neuen jüdisch-christlichen Beziehungen gegeben hatte, würdigte Johannes Paul II. im Jahre 1982 durch dessen Ernennung zum Ritter des Päpstlichen Ritterordens St. Gregor des Großen. Sir Sternberg trug darum auch am 13. April 1986 den Mantel eines Ordensritters, als er Papst Johannes Paul II. beim Besuch der Synagoge in Rom begleitete.

Sternberg erhielt anderseits im Jahre 1988 auch die ehrenden Abzeichen des freimaurerischen Ordens des hl. Johannes von Jerusalem, der sich auf die Krone von England stützt. Im Jahre 1989 wurde er als Paul Harris ein Mitglied des Rotarier-Clubs; dieselbe Ehre erhielt Johannes Paul II. im Jahre 1981. Im Jahre 1996 empfing Sternbergs zweite Frau – von der ersten ließ er sich 1970 scheiden – im Vatikan aus den Händen von Johannes Paul II. die Auszeichnung einer Dame des Päpstlichen Ordens vom hl. Sylvester; als erste jüdische Frau durfte sie sich mit diesem Titel schmücken. Papst Gregor XVI. hatte diesen Orden im Jahre 1841 gestiftet, um Nichtkatholiken zu ehren, die der Kirche besondere Dienste geleistet hatten oder Wohltaten zukommen ließen. In Anerkennung seiner besonderen Dienste für die Förderung des religiösen Synkretismus erhielt Sternberg im Jahre 1998 den Templeton-Preis für den Fortschritt der Religion.

Diesen Preis setzt im Jahre 1972 Sir John Marks Templeton aus. Er wurde im Jahre 1912 geboren, studierte in Oxford als Student der Rhodesstiftung und ist heute ein geschickter Finanzmann des „Neuen Zeitalters“ (New Age). Er war bei dem Kongreß der Gorbatschow-Stiftung im Hotel Fairmont von San Francisco anwesend. Er war auch Direktor von (verschiedenen) Banken, Universitäten, Seminaren und Gymnasien, Mitglied des sehr exklusiven Yale Klubs und der „Mount Pelerin Society“, (Wirtschaftsabteilung des englischen Freimaurerordens des Heiligen Johannes von Jerusalem). Den Templeton-Preis, welcher eine Million Dollar beträgt, verleiht eine Kommission, der Männer vom 33. Grad angehören wie Gerald Ford, George W. Bush und der „Rev.“ Norman Vincent Peale, der Dalai Lama, der ehemalige Präsident der B’nai B’rith Loge Philip M. Klutznik, Otto von Habsburg, Edmond von Rothschild, der zu den „Pilgervätern“ (Pilgrim’s Society) gehörende J. Peter Grace Jr., Direktor des Citicorp, Ritter des Malteser-Ordens, Mitglied des C.F.R. (Council on Foreign Relations) und Präsident der katholischen Jugendorganisation von New York, der Prinz von Wales, der im Verlauf einer Zeremonie im Königspalast von London den Preis persönlich verleiht und der Erzbischof von Canterbury, Lord Coggan, der mit seinem Amt der Pilger-Gesellschaft (Pilgrims’ Society) traditionsgemäß nahe steht. Templeton ist der Autor des Buches „Die Entdeckung der Lebensgesetze“ (Originaltitel: Discovering the Laws of Life) mit einem Vorwort von Norman V. Pale vom 33. Grad. Wir beschränken uns darauf, hier nur eine Unterweisung von Templeton zu zitieren: „Die uns angeborene Güte ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Existenz. Wenn wir diese Wahrheit begreifen, dann erfahren wir den Frieden des Himmels und der Erde und Gottes Gegenwart in uns (…). Liebe jeden Teil deines Wesens, die Gottheit in dir“.

Zusammen mit Gorbatschow, dem Dalai Lama und der Gründerin der Scientologie-Church, Barbara Marx Hubbard, unterstützt Sir Sternberg die „Weltkommission für globales Bewußtsein und Spiritualität“ (World Commission of Global Consciousness and Spirituality). Unter dem Vorsitz von R. Muller versucht diese Kommission, die führenden Persönlichkeiten der Welt mit dem Ziel zu vereinen, „zum neuen Jahrtausend die weltumspannende Vision und Weisheit zu kultivieren“. – „…eine Vision, welche Frauen und Männer von der Verzweiflung und der Gewaltbereitschaft und die Gesellschaften weg vom Chaos zu führen vermag“, heißt es in der Erklärung zum Weltethos.

Die Entstehung der Initiative zur Vereinigung aller Religionen (U.R.I.)

Im Laufe der Jahre bahnte sich die Idee Sternbergs und Mullers ihren Weg in eine breitere Öffentlichkeit. Anläßlich der synkretistischen Zeremonie zum 50. Jahrestag der UNO-Charta in der Kathedrale von San Francisco am 25. Juni 1995 verkündete der presbyterianische Bischof dieser Stadt, William Edwin Swing, die Absicht, die Gründung der „Initiative zur Vereinigung aller Religionen“ (United Religions Initiative) bald vorzunehmen.

Im Verlauf dieser schon recht sonderbaren Zeremonie richteten in der „Gnadenkathedrale“ von San Francisco (Grace Cathedral) die Teilnehmer an Dutzende von Gottheiten verschiedene Psalmen und „Beschwörungen“. Schon im Herbst 1994 „zelebrierte“ der abgefallene Dominikanerpater, Matthew Fox, welcher ein enger Mitarbeiter von Swing wurde, in derselben Kathedrale die erste „planetarische Messe“, wo „Rave- und Ökologismus-Kult“ als Animation beim protestantischen Abendmahl dienten.

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