Signum magnum apparuit – 1. Teil

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Ein Blick in die Marianische Letztzeit

„Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen illius: ipsa conteret caput tuum, et tu insidiaberis calcaneo ejus. – Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft; sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen“ (Gen 3,15).

„Et signum magnum apparuit in coelo: Mulier amicta sole, et luna sub pedibus ejus, et in capite ejus corona stellarum duodecim: Et in utero habens, clamabat parturiens, et cruciabatur ut pariat. Et visum est alium signum in coelo: et ecce draco magnus rufus habens capita septem, et cornua decem: et in capitibus ejus diademata septem, et cauda ejus trahebat tertiam partem stellarum coeli, et misit eas in terram, et draco stetit ante mulierem, quae erat paritura: ut cum peperisset, filium ejus devoraret. – Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: Ein Weib mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen. Und sie war gesegneten Leibes, und rief in Geburtswehen, und hatte große Pein, um zu gebären. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel; siehe ein feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, und auf seinen Köpfen sieben Diademe; und sein Schweif riß den dritten Teil der Sterne des Himmels herab und warf sie zur Erde. Und der Drache trat vor das Weib, das im Begriffe war zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen“ (Off 12,1-4).

Wir haben hier zwei zentrale, ganz bedeutende, offensichtlich aufeinander bezogene Prophetien aus der Heiligen Schrift, die erste aus deren erstem, die zweite aus deren letztem Buch. Der Bogen spannt sich von der Genesis bis zur Apokalypse, von der Zeit kurz nach der Erschaffung der Welt bis zur Zeit kurz vor ihrem Untergang, der „Letztzeit“. Gerade diese „Letzten Zeiten“ finden heute großes Interesse. Allgemein scheinen die Menschen irgendwie zu spüren, daß es zumindest nicht mehr allzu weit bis dahin ist. Entsprechend lebhaft ist die Aufmerksamkeit für alle Botschaften und Prophetien, die uns darüber Auskunft geben. Wir wollen uns an die sicheren, der Wahrheit entsprechenden Quellen halten, und das sind nach der Heiligen Schrift, welche das Wort Gottes selbst ist, und den Worten des kirchlichen Lehramts, vor allem der Päpste, die Schriften der von der Kirche bestätigten Heiligen sowie die von der Kirche anerkannten übernatürlichen Erscheinungen.

Der Prophet Mariens

Der heilige Ludwig Maria Grignion de Montfort (1673 bis 1716) war nicht nur ein höchst erfolgreicher Volksmissionar, ein gewichtiger Theologe vor allem der Mariologie und ein großer Marienverehrer, er war auch ein gewaltiger Prophet. Sein übernatürlicher Blick richtete sich stets in die Letzten Zeiten, welche für ihn vor allem durch die allerseligste Jungfrau Maria geprägt erschienen, als ein wahres „Marianisches Zeitalter“. „Besonders gegen das Ende der Welt, und zwar schon bald, wird Maria auf Erden mit einem Eifer verehrt werden, wie nie zuvor“, so schreibt er in seiner „Abhandlung von der Wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria“. Denn „gerade für die letzten Zeiten hat Gott beschlossen, im Verein mit seiner heiligen Mutter Heilige großzuziehen, welche die Mehrzahl der anderen Heiligen an Heiligkeit soweit übertreffen werden, als die Zedern des Libanon über das niedere Gesträuch emporragen“.

„Diese großen Seelen, voll Gnade und Eifer, sollen sich den Feinden Gottes entgegenstellen, die sich von allen Seiten mit Ingrimm erheben werden. Sie werden in ganz besonderer Weise der allerseligsten Jungfrau ergeben sein, durchstrahlt von ihrem Lichte, genährt mit ihrer Milch, geführt von ihrem Geiste, gestützt auf ihren Arm und geborgen unter ihrem Schutzmantel. Mit der einen Hand werden sie die Häretiker mit ihren Häresien, die Schismatiker mit ihren Schismen, die Götzendiener mit ihrer Abgötterei und die Sünder mit ihren Gottlosigkeiten bekämpfen, niederwerfen und ausrotten. Mit der anderen Hand werden sie den wahren Tempel Salomons und die geistige Stadt Gottes aufbauen, d.h. sie werden die Verehrung der allerseligsten Jungfrau ausbreiten … Sie werden die ganze Welt durch Wort und Beispiel zur wahren Andacht zu Maria anleiten, was ihnen war viele Feinde zuziehen, aber auch viele Siege und großen Ruhm beim Allerhöchsten bereiten wird.“

Das „Marianische Zeitalter“ wird demnach vor allem ein Zeitalter des Kampfes sein, ein erbitterter Kampf zwischen den wahren Verehrern der allerseligsten Jungfrau Maria und den Feinden Gottes. Das erinnert uns sogleich an jenes Protoevangelium aus der Genesis, das wir zu Beginn zitiert haben, an jene Feindschaft zwischen dem Weibe und ihrem Samen sowie der Schlange und ihrem Samen. Tatsächlich schreibt der hl. Ludwig Maria:

„Schließlich soll Maria der Schrecken der Dämonen und ihres Anhanges werden, gleich einem in Schlachtordnung aufgestellten Heere, und zwar gerade in den letzten Zeiten, weil der Satan wohl weiß, daß ihm dann nur noch wenig Zeit zur Verfügung steht, um die Seelen zu verderben, und er daher seine feindlichen Anstrengungen und Angriffe von Tag zu Tag verdoppeln wird. Alle Kraft wird er zusammenfassen, um neue Verfolgungen gegen die Kirche heraufzubeschwören und besonders den treuen Dienern und wahren Kindern Mariä schreckliche Nachstellungen zu bereiten, weil er sie am wenigsten zu überwinden vermag.“

Davon berichtet auch die Apokalypse. Dort wird uns der große Kampf im Himmel geschildert, bei welchem das himmlische Heer unter Führung des heiligen Erzengels Michael über den Teufel und seinen Anhang siegt. „Und jener große Drache ward hinabgeworfen, die alte Schlange, welcher Teufel genannt wird und Satan, welcher die ganze Welt verführt; er ward hinabgeworfen auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen. Da hörte ich eine starke Stimme im Himmel rufen: … Wehe der Erde und dem Meere; denn der Teufel ist zu euch hinabgestiegen mit großem Grimme, da er weiß, daß er eine kurze Frist hat! … Da ward der Drache zornig über das Weib, und ging hin Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu Christi haben“ (Off 12,9.10.12.17).

Daher bestätigt uns der hl. Ludwig Maria: „Hauptsächlich von jenen letzten grausamen Angriffen des Teufels, welche sich bis zur Herrschaft des Antichristen von Tag zu Tag vermehren, ist jene erste und berühmte Weissagung und jener Fluch Gottes zu verstehen, der schon im irdischen Paradies gegen die Schlange geschleudert wurde.“ Somit ist das Erscheinen der beiden Zeichen am Himmel, von welchen uns der heilige Johannes in seiner Offenbarung berichtet, tatsächlich die Erfüllung jener uralten Prophetie vom Beginn der Zeiten, vor der Vertreibung unserer Stammeltern aus dem Paradies.

„Nur einmal hat Gott eine Feindschaft und zwar eine unversöhnliche Feindschaft gestiftet, welche fortdauern, ja sogar zunehmen soll bis ans Ende der Zeiten: die Feindschaft zwischen Maria, der Mutter Gottes, und dem Teufel, und damit auch zwischen ihren beiderseitigen Anhängern.“ Das sind die beiden Zeichen: das „Weib“ Maria auf der einen Seite, der Drache oder die Schlange auf der anderen Seite.

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