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3. Dezember 2017  -  Geistliches Leben, Verein St. Thomas v. Aquin

Besinnung zum Advent

Zum Beginn des Advent möchten wir allen Freunden des heiligen Thomas von Aquin eine kleine Freude machen. Hier unser Rundbrief und die Weihnachtsbesinnung aus dem St. Josefs-Blatt.

Liebe Freunde des hl. Thomas von Aquin!

Mit dem am Ersten Advent beginnenden neuen Kirchenjahr besinnen wir uns wieder ganz besonders über das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes.

Es ist sicherlich der Mühe wert, diese Glaubenswahrheit Jahr für Jahr neu zu durchdenken, um der Gnade der hl. Weihnacht teilhaftig zu werden. Denn je tiefer wir dieses Geheimnis ergründen, desto reicher wird die gewonnene Gnade und desto inniger unsere Weihnachtsfreude sein. Jeder hat das schon oft erlebt. Wenn wir am Weihnachtsfest zur Krippe gehen, dann spricht das neugeborene göttliche Kind unser Menschenherz ganz spontan an. Letztlich ist der wahre Weihnachtszauber diese Verwunderung über die allen Menschen sichtbar gewordene Liebe Gottes. Wie unergründlich tief ist die Botschaft des Stalles von Betlehem – und auch der Futterkrippe, in die Maria das Christkind legt.

Wie jedes Jahr möchte Ihnen das Sankt-Josefs-Blatt vom Dezember helfen, durch eine tiefe Adventsbesinnung sich auf die reichlichen Gnaden des Weihnachtsfestes vorzubereiten. Dieses Sankt-Josefs-Blatt ist unser Weihnachtsgeschenk an alle Leser unserer Zeitschrift und unserer Freunde und Wohltäter. Damit möchten wir Ihnen allen ein herzliches „Vergelt´s Gott“ für Ihre Treue und Hilfe sagen – und Sie auch bitten, uns weiterhin zu unterstützen, weil wir nur so weiterarbeiten können, leben wir doch ganz von Ihren Spenden.
Vor einiger Zeit sind wir wieder einmal auf das Buch des hl. Grignion von Montfort über den heiligen Rosenkranz gestoßen, wobei uns besonders der Anhang aufgrund seiner Aktualität aufgefallen ist. Das Buch wurde zwar vor einigen Jahren nachgedruckt, aber leider ohne den interessanten Anhang. Deshalb haben wir nun das ganze Buch drucken lassen und können es Ihnen anbieten (hier bestellbar). Wobei wir überzeugt sind, daß jeder Katholik darüber froh ist, wenn er für sein tägliches Rosenkranzgebet neue Anregungen bekommt, um wieder andächtiger und inniger die himmlische Mutter in allen Sorgen und Anliegen für all die notwendigen Gnaden bitten zu können.

Ihnen allen einen besinnlichen Advent
und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschend
Ihr Verein St. Thomas v. Aquin

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Die Wundernacht

Die wechselhafte Geschichte der Stadt Bethlehem

1. Bethlehem unter den Römern bis Kaiser Konstantin

Das Weihnachtsfest lenkt unseren Blick nach Bethlehem, denn dort wurde der von Gott verheißene Messias geboren. Dabei hat die Geburtsstadt unseres Herrn Jesus Christus im Laufe der Jahrhunderte eine äußerst wechselvolle Geschichte erlebt und spiegelt damit ein wenig den Glaubenskampf wieder. So wurde etwa dort nach der Niederwerfung des Zweiten Jüdischen Aufstandes durch die Römer im Jahre 132-135 n. Chr. der heidnische Adoniskult eingeführt. Der hl. Hieronymus schreibt darüber: „Von den Tagen Hadrians bis zur Regierung Konstantins durch ungefähr 180 Jahre wurde am Ort der Auferstehung des Bild Jupiters und auf dem Felsen des Kreuzes das Marmorbild der Venus verehrt, die von den Heiden dort aufgestellt waren. Bethlehem überschattete der Hain des Adonis, und in der Höhle, wo einst Christus als Kind wimmerte, beweinte man den Geliebten der Venus“ (zitiert nach: Gerhard Kroll, Auf den Spuren Jesu, Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart, 1978, S. 49).

2. Bethlehem unter den Persern – Die heiligen drei Könige retten die Stadt

Als Kaiser Konstantin sich dem Christentum zuwandte, begann er im Jahre 326 mit der Erbauung der Geburtskirche. Während des Samariteraufstands wurde der Bau schwer beschädigt, aber Kaiser Justinian ließ um 530 die Basilika wieder herstellen. Diese Kirche überdauerte als einzige den Einfall der Perser in Palästina im Jahre 614. Den Grund für die Verschonung gerade dieser Kirche nennt ein Brief der Jerusalemer Synode aus dem Jahre 836: „Als die Perser alle Städte Syriens zerstört hatten und nach Bethlehem kamen, sahen sie mit Erstaunen die Bilder der Magier aus Persien … Aus Hochachtung und liebender Ehrfurcht vor ihren Vorfahren verehrten sie die Magier und verschonten die Kirche. So besteht sie noch in unseren Tagen“ (Ebd. S. 57).

3. Der Einfall muslimischer Truppen und die Vertreibung der Christen aus der Geburtskirche

Nur zwei Jahrzehnte später standen schon wieder fremde Truppen vor Bethlehem, nämlich die Truppen des Kalifen Omar, weshalb die Christen Jerusalems das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus nicht mehr in der Geburtsgrotte feiern konnten. Der damalige Patriarch von Jerusalem, Sophronius, verlieh seinen Schmerz darüber mit folgender Ode Ausdruck, die uns heute noch etwas von der beeindruckenden Schönheit der Geburtskirche ahnen läßt:

„Eine Glut göttlicher Sehnsucht im Herzen bergend, möchte ich kommen schnell nach Bethlehems kleiner Stadt, wo der Allherr geboren.
Wenn in die wunderbare vierfache Halle, den Chor mit den herrlichen drei Apsiden jenes heiligen Hauses mitten hinein ich träte, werde ich tanzen.
Oben werd’ ich betrachten der getäfelten Decke Sternenlicht; denn von der Schönheit der Arbeit glänzt die Anmut des Himmels.
In die Höhle möcht’ ich gelangen, wo die jungfräuliche Allherrin den Erlöser gebar den Menschen, der Gott und Mensch ist wahrhaftig.
Bethlehems heilige Schönheit zu schauen, Christus, der dort erschienen, ganz mir verleihe!
Die vielen goldig flimmernden Säulen schauend und der Mosaikkunst schönstens vollbrachtes Werk, möcht’ ich der Sorgen Wolken vergessen.
An die glänzende Platte, die Gott als Kindlein empfing, die Augen, den Mund und den Scheitel drück’ ich, zu gewinnen den Segen.
Die ehrwürdige Krippe zu verehren, ging’ ich, die mich, den Vernunftlosen, nährte mit göttlichem Worte.
Zu der Toten Grotte gelang’ ich, der Kinder, die gemeinsam geschlachtet durch ein Wort menschlicher Herkunft des vor Neid wilden Herodes“ (Ebd.).

Aus diesen Worten spürt man selbst nach Jahrhunderten noch die Ergriffenheit des Bischofs Sophronius von Jerusalem bei dem Gedanken an denjenigen Ort, an dem der Sohn Gottes von der Jungfrau Maria als Mensch geboren wurde. Dieses Wunder der Menschwerdung spiegelt sich in den Gebäuden wieder, sodaß das Geheimnis dem Pilger begreifbar wird. Wenn der Bischof schon nicht leiblich nach Bethlehem pilgern kann, so möchte er doch wenigstens im Geiste zum Weihnachtsfest dort verweilen. Auch wir pilgern jedes Jahr am hochheiligen Weihnachtsfest geistigerweise nach Bethlehem, um in der Heiligen Nacht die Geburt unseres Herrn liturgisch nachzuerleben. Je lebendiger dabei unser Glaube ist, desto wirkmächtiger wird auch die kirchliche Feier in unserem Herzen sein können: „An die glänzende Platte, die Gott als Kindlein empfing, die Augen, den Mund und den Scheitel drück’ ich, zu gewinnen den Segen.“

Der heilige Offenbarungsglaube: Gott wird Mensch, der Vater spricht zu uns durch den Sohn

Im Evangelium der ersten heiligen Messe des hochheiligen Weihnachtsfestes werden wir wieder die Worte hören: „In jener Zeit erging vom Kaiser Augustus der Befehl, das ganze Reich aufzuzeichnen …“ (Luk. 2, 1-14). Was für eine Gnade ist es, dieses Wort glauben zu können und Freude darüber empfinden zu dürfen, weil uns ein Kind geboren ist und ein Sohn uns geschenkt ward.

Das Weihnachtsfest erinnert uns wieder daran, daß unser hl. Glaube Offenbarungsglaube ist, d.h. er stützt sich auf das Wort Gottes. Wir Katholiken wissen, nur Gott selbst kann uns die verborgene Wirklichkeit seines dreifaltigen Lebens und der Welt der Gnade enthüllen, weil Er allein sie kennt. Mit dem hl. Paulus bekennen wir in der Lesung der dritten Weihnachtsmesse: „Vielmals und auf vielerlei Weise hat Gott vor Zeiten durch die Propheten zu den Vätern gesprochen; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben über das All eingesetzt, durch den er auch die Welten erschaffen hat“ (Hebr. 1, 1 f).

Was für ein Geheimnis! Das Kind, das Maria geboren hat und das in der Krippe liegt, „Dieser ist der Abglanz der Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens und trägt das All durch sein machtvolles Wort“ (Hebr. 1, 3). Wahre Weihnachtsfreude hat nur derjenige, der vor diesem Geheimnis erschaudert und es im Glauben unverbrüchlich festhält. Dementsprechend mahnt der hl. Paulus die Kolosser: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in ihm, verwurzelt und auferbaut in ihm, gefestigt im Glauben, wie ihr es gelernt habt, überströmend von Dankbarkeit. Seht zu, daß euch durch Philosophie und leeren Trug niemand einfängt, der sich auf menschliche Überlieferung, auf die Weltelemente stützt, und nicht auf Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit wesenhaft, und ihr seid dieser Fülle teilhaftig geworden in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Macht ist“ (Kol. 2, 6-20).

Das Lukasevangelium: verbürgte Offenbarungswahrheit

Die Menschen, die sich auf leeren Trug stützen und mit ihren menschlichen Überlieferungen prahlen, sind in den letzten Jahrhunderten immer mehr geworden. Diese wollten den hl. Evangelien keinen Glauben mehr schenken. Obwohl der hl. Lukas sein Evangelium mit dem Bekenntnis beginnt – „Schon viele haben es unternommen, eine Darstellung der Begebenheiten zu verfassen, welche in unserer Mitte zum Abschluß gekommen sind. Dabei hielten sie sich an die Überlieferungen derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind. Auch ich habe mich dazu entschlossen, nachdem ich allen Ereignissen von den Anfängen an sorgfältig nachgeforscht habe, sie für dich, edler Theophilus, wohlgeordnet aufzuschreiben. Mögest du daraus die Zuverlässigkeit der Erzählungen, von denen du Kunde erhalten hast, erkennen“ (Lk 1, 1-4), – wurde seinem Zeugnis kein Glauben mehr geschenkt. Josef Dillersberger erinnert in seinem Kommentar zum Lukasevangelium daran: „Eine böswillige Kritik hat seit etwa 100 Jahren versucht, den Anfangssätzen dieses Evangeliums irrtümliche Verdrehungen nachzuweisen, und so ihm jegliche Feierlichkeit zu rauben.“

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